Pharmawirtschaft: 800 Millionen ATS Beitrag zum Sparpaket

Wien (OTS) - Anläßlich der Generalversammlung der Pharmig, Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, heute, Freitag, in Wien, bekräftigte der Präsident der Vereinigung, Wolf Renner, daß 1997 ein 'entscheidendes Jahr für die Pharmaindustrie' ist. Renner
bezog sich hierbei nicht nur auf die Sparbemühungen im Gesundheitswesen, sondern auch auf große Chancen, die u.a. durch die Zusammenlegung der ministeriellen Ressorts Gesundheit und Soziales entstehen können. - Erstmals wurde im vereinsinternen
Teil der Veranstaltung anhand neuester Zahlen auch der
tatsächliche Beitrag der Pharmawirtschaft zum Sparpaket der Regierung präsentiert.

1996 sprach der damalige Sozialminister Franz Hums im Zeichen des Sparpakets der Regierung die politische Forderung aus, im Arzneimittelbereich eine Milliarde Schilling einzusparen. Dieses Verlangen traf damals zwar auf grundsätzliches Verständnis der Pharmawirtschaft, doch ist dieser Beitrag eindeutig überproportional: die Ausgaben der Sozialversicherung für Arzneimittel betragen nämlich nur 13 Prozent ihrer Gesamtausgaben; mit der 'Milliarden- Forderung' wurde sie allerdings zur Abdeckung von 25 Prozent des damals erwarteten Defizits herangezogen.

Seit kurzem liegen seitens der Pharmig 'harte Zahlen' vor, die belegen, wie hoch der Beitrag allein der Pharmaindustrie zum Sparpaket tatsächlich ist:

Das Ausmaß der Preissenkungen, die per 1.1.1997 wirksam wurden, betrug auf Basis Fabriksabgabepreis/Depotabgabepreis rund 235 Millionen Schilling. Zusätzlich wurden aus dem österreichischen Heilmittelverzeichnis, in dem die kassenfreien Arzneimittel aufgelistet sind, Präparate im Wert von 80 Millionen Schilling gestrichen. Diese Medikamente stehen den Patienten zumindest
derzeit nur auf Privatrezept oder via Chefarzt zur Verfügung. -Insgesamt beläuft sich die Summe der Einsparungen auf FAP/DAP-Basis auf 315 Millionen Schilling. Legt man diese Beträge auf den Kassenverkaufspreis (KVP) um, so kann sich die Sozialversicherung über Einsparungen in Höhe von 505 Millionen Schilling ausschließlich von der Pharmaindustrie freuen. Die zusätzlichen Einsparungen aufgrund der Absenkung der Großhandels- sowie der Apothekenspannen sind im Augenblick noch nicht konkret quantifizierbar. Experten rechnen jedoch damit, daß der Beitrag
der gesamten 'Arzneimittelversorgungskette' 1997 zum Sparpaket
etwa 800 Millionen Schilling betragen wird.

Solche kurzfristigen Maßnahmen, so Renner, seien jedenfalls kein probates Mittel, um ein insgesamt reformbedürftiges Gesundheitswesen zu sanieren. Weiters wies er auf den Wert von Arzneimitteln hin, die gerade durch ihre Verordnung dem Gesundheitswesen Geld in anderen Segmenten effizient sparen
helfen. Der Pharmig-Präsident betonte, daß 'neue Ansätze in der Politik' (Renner), etwa die mit Anfang 1997 realisierte Zusammenlegung der Gesundheits- und Sozialressorts - eine langjährige Forderung der Pharmig - eine große Chance für die Schaffung eines Integrierten Gesundheitssystems darstellen. 'Nur
aus ganzheitlicher Sichtweise kann eine tatsächliche
Strukturreform des Gesundheitswesens, die dringend nötig ist, gelingen', meinte der Präsident. In diesem Zusammenhang sagte der Pharmig-Präsident, daß die Pharmaindustrie klare Rahmenbedingungen im Sinne bereits bestehender EU-Richtlinien benötigt, um auch in Zukunft ihrem Auftrag nachkommen zu können.

Ein erster Schritt in Richtung Integration wurde von der Pharmig bereits durch ihr Gemeinschaftsprojekt mit Hauptverband der Sozialversicherungsträger und Wirtschaftskammer Österreich vollzogen: die Initiative Arznei & Vernunft, die 1996 aus der
Taufe gehoben wurde. Mittelfristig kann durch dieses Projekt die Sozialversicherung jährlich mit Einsparungen von einer halben Milliarde Schilling rechnen.

Zwt.: Auf einen Blick: Der Beitrag der Pharmaindustrie zum
Sparpaket 1996: (ausgabenwirksam 1997)

Preissenkungen von Arzneimitteln: 235 Mio. ATS (Basis FAP/DAP) Streichungen von Präparaten aus dem Heilmittelverzeichnis der Sozialversicherung: 80 Mio. ATS (Basis FAP/DAP)
Summe Basis FAP/DAP: 315 Mio. ATS
Summe Basis KVP: 505 Mio. ATS
(Quelle: Pharmig, 1997)

(Forts. mögl.)

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