Menschrechtsverletzungen in China vernichten europäische Arbeitsplätze

Österreichische Sportler sollen Sponsorverträge mit Adidas kündigen

Wien (OTS) - Wie diverse Medieberichte aufgezeigt haben, lassen insbesondere westliche Sportartikelhersteller zu unsozialen und menschenverachtenden Bedingungen in Fernost, insbesondere in China, produzieren. Diese Unternehmenspolitik internationaler Konzerne geht dahin, in Europa Arbeitnehmer zu entlassen und die Arbeit billigst von asiatischen Vertragsunternehmen durchführen zu lassen -Gipfelpunkt dieser Entwicklung ist die Produktion von Sportschuhen im Auftrag westlicher Unternehmen in chinesichen Gefangenenlagern. Das berichtet heute AK-Vizepräsidnet Alfred Dirnberger (ÖAAB).

In den chinesischen Unternehmen, die im Auftrag westlicher Firmen Sportschuhe herstellen, wird statt der gesetzlichen 57 Wochenstunden bis zu 100 Stunden gearbeitet, und das 7 Tage die Woche. Disziplinarstrafen, militärischer Führungsstil, Beschimpfungen, körperliche Züchtigungen und Hausarrest sind für chinesische Arbeiter(innen) an der Tagesordnung formulierte erst kürzlich ein schweizer Aktionsbündnis gemeinsam mit "terre des hommes Schweiz" ihre Vorwürfe.

Besonders negativ tut sich dabei die Firma Adidas hervor. Das deutsche Unternehmen hat nicht wie andere einen "Verhaltenskodex", der den Vertragsfirmen gerechte Arbeitsbedingungen vorschreibt, unterschrieben. Ganz im Gegenteil, ein Adidas-Sprecher meint dazu:
"Wenn man die wirtschaftlichen Vorteile nutzt, finde ich das nicht so schlecht". Das hat dazu geführt, daß die Umsätze von Adidas, Nike und Reebok zwischen 1989 und 1995 von 4,6 Mrd. Dollar auf 10,7 Mrd. Dollar gestiegen sind. Beim Endpreis von Sportschuhen macht der Kostenfaktor Arbeit aber kaum 4% aus. "Das ist die Fratze des neoliberalen Zeitgeistes westlicher Wirtschaftstreibender", empörte sich Dirnberger.

Laodong jiaojang - Umerziehung in chinesischen Lagern durch Arbeit für Sportartikelhersteller

"Es ist somit taurige Tatsache, daß sich diese Firmen zweifach unsozial verhalten. Auf der einen Seite vernichten sie tausende Arbeitsplätze in Europa, auf der anderen Seite lassen sie unter menschenverachtenden Umständen in Asien, insbesonders in China, billigst produzieren", kritisierte Dirnberger. Er, Dirnberger, fordert daher die verantwortlichen Politiker in der EU auf, nicht länger Kotaus vor den chinesischen Machthabern zu üben. Diese Politik hat nämlich keineswegs dazu geführt, Arbeitsplätze in Europa durch diverse Aufträge zu sichern, sondern vielmehr zur Verlagerung - im wahrsten Sinne des Wortes - von Arbeitsplätzen bis hin in chinesische Straflager geführt. "Und, daß dort nicht nur gewöhnliche Kriminelle, sondern vielfach politisch unbequeme Personen festgehalten werden, ist hinlänglich bekannt. Das ist sogar ohne Gerichtsverfahren bis zu 3 Jahre möglich", belegt Dirnberger mit einem Hinweis auf Berichte von Amnesty International. In Österreich wurden in Andorf, OÖ. und Graz die Betriebe geschlossen, in Klagenfurt die Produktion eingestellt und nur mehr der Vertrieb aufrechterhalten, was 1.000 Beschäftigten den Job kostete.

Als weitere Maßnahmen, neben dem Protest der EU, fordert Dirnberger die Kündigung aller Sponsorverträge durch jene Sportler, die von Adidas unterstützt werden. Dirnberger nennt dabei die österreichischen Sportler Barbara Paulus, Gilbert Schaller, Elmar Lichtenegger, Jasmin Hämmerle und die Deutsche Steffi Graf sowie die Fußballvereine Casino Salzburg, Austria Memphis, SV Spittal, FC Kufstein, DSV Leoben sowie das Handball-Nationalteam der Männer.

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Alfred Dirnberger
AK-Vizepräsident

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