Papierindustrie: Road-Pricing gefährdet Industriestandort

Jeder Schilling für das Road-Pricing verursacht Kosten von 50 Millionen Schilling pro Jahr

Wien (PWK) - Ein österreichischer Alleingang beim Road-Pricing würde zu einer ****

eklatanten Verschlechterung des Wirtschaftsstandortes Österreich führen. Die Papierindustrie ist davon besonders massiv betroffen. Eine Analyse sämtlicher Produktionsstandorte hat ergeben, daß jeder Schilling aus dem geplanten fahrleistungsabhängigen Road-Pricing eine Kostenbelastung in Höhe von 50 Millionen Schilling pro Jahr verursachen würde. Für schwere LKW wurde ein Betrag von zwei bis drei Schilling, aber auch schon vier Schilling pro Kilometer genannt.

Bei fiktiven 2,50 Schilling pro Kilometer würde die zusätzliche Kostenbelastung mit 125 Millionen Schilling in der Größenordnung der Energiesteuer entsprechen!

Die österreichische Papierindustrie arbeitet seit vielen Jahren eng mit den Österreichischen Bundesbahnen zusammen. Vom gesamten Transportvolumen werden 47 Prozent per Bahn abgewickelt. Dies liegt über den Werten anderer Länder und auch deutlich über dem Durchschnitt in anderen Sparten. Aus technischen Gründen liegt der derzeit erreichte Wert bereits nahe am erreichbaren Maximum. Die Gründe hierfür sind zum Beispiel fehlende Bahnanschlüsse bei den Kunden oder Holzbezug aus Waldgebieten der näheren Umgebung. Daher würde ein Road-Pricing in der jetzt diskutierten Form kaum nennenswerte Transportmengen von der Straße auf die Schiene verlagern.

Die zusätzliche Kostenbelastung für die Papierindustrie Österreichs führt zu einer Verschlechterung der Konkurrenzfähigkeit im internationalen Wettbewerb. Denn die Exportquote von Papier aus Österreich beträgt über 80 Prozent.

Außerdem muß die Sinnhaftigkeit eines österreichischen Alleinganges angezweifelt werden. Denn eine grundsätzliche Harmonisierung der Einführung von Road Pricing-Systemen in Europa ist durch eine Neuregelung der EU-Wegekostenrichtlinie ohnehin bereits geplant.

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Dr. Gerolf Ottawa
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FV der Papierindustrie

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