Gewerbeverein: Die Maden im Speck des Gemeindebaus

Wien (OTS) - Bürgermeister Michael Häupl und Wohnbaustadtrat Werner Faymann müssen wohl große Angst haben, eine Studie unappetitlichen Inhalts über die Wahlen hinweg geheimzuhalten: Daß rund zehn Prozent der Gemeindebaumieter ein Familieneinkommen von über 40.000,- Schilling beziehen, ist in einem Land, in dem die wachsende Armut täglich beklagt wird, fürwahr kein Ruhmesblatt sozialistischer Gesinnung.

Wenn man das Durchschnittseinkommen der Österreicher heranzieht, dann ist auch auffällig, wieviele Gemeindebaubewohner in relativ kurzer Zeit ihr Gehalt in überdurchschnittliche Höhen vortrieben. Sicher waren ihr Fleiß - möglicherweise aber auch nur ihre - nennen wir es Anpassungsfähigkeit die Basis ihres subjektiven Wirtschaftswunders. Viellicht sollte man das einem Meinungsforschungsinstitut als Frage vorlegen.

In einer derartigen Situation das Weitergaberecht für Gemeindewohnungen auszudehnen - wie es Bürgermeister Häupl noch vor den Wiener Landtagswahlen vorschlug - zeugt von wenig politischem Instinkt.

Die beiden Landespolitiker haben - so der österreichische Gewerbeverein - wohl nur eine Wahl:

+ Wer 40.000,- oder mehr Familieneinkommen bezieht, der soll zu Marktpreisen seine Wohnung gefälligst kaufen. Er lebt nämlich auf Koster der Allgemeinheit. Oder muß die Rückzahlunge des BMW vor der Haustüre mit einer zu hohen Kreditrate bedient werden?

Österreich und gerade Wien mit seiner jahrzehntelangen Einparteienregierung hat gerade jetzt die historische Chance, mit der widerlichen Pfründewirtschaft aufzuräumen.

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