Farnleitner fordert mehr wirtschaftsnahe Forschung

Wirtschaftswachstum schafft Beschäftigung - Europäischen Binnenmarkt verstärkt bearbeiten

Wien (PWK) - Gegen eine "Technologievertreibungspolitik" sprach
sich Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner nachdrücklich bei einem Vortrag im Club Internationale Wirtschaft in Wien aus. Österreichs Wirtschaft brauche mehr Forschungskraft. Förderungen für ausländische Betriebsansiedlungen sollen in Hinkunft nur mehr an Unternehmen mit eigener Forschung vergeben werden. ****

Die negative Einstellung der Österreicher zur Technologie werde von internationalen Investoren neben den Schwierigkeiten bei der Visaerteilung für ausländische Mitarbeiter als Hauptargument gegen eine Investitionsentscheidung in Österreich angeführt, zitierte Farnleitner eine kürzliche Umfrage. Als attraktiv werten die Investoren die Innovationskraft und die Disziplin der heimischen Arbeitskräfte sowie die außerdordentlichen Leistungen der österreichischen Hochschulen.

Zur wirtschaftspolitischen Priorität der Vollbeschäftigung sagte Farnleitner, daß Österreich mit einer Arbeitslosenrate von vier Prozent im internationalen Vergleich sehr gut liege. Das beste Mittel gegen Arbeitslosigkeit sei "arbeiten lassen!". Nur Dynamisierung und Wachstum der Wirtschaft können zu mehr Beschäftigung führen. Die Arbeitslosigkeit müsse genau analysiert werden. Es mangle immer noch an Facharbeitern sowie an Exportkaufleuten, die bereit sind, für ihr Unternehmen ins Ausland zu gehen. "Wir brauchen Arbeitskräfte mit mehrfachen Befähigungen" (Farnleitner). Vor allem müßten Dienstleistungsberufe ein höheres Ansehen genießen.

Der EU-Beitritt und die Ostöffnung sind Farnleitner zufolge die größten Erfolgsstories Österreichs in den letzten Jahren. Die Exportoffensive sollte in erster Linie eine "Binnenmarktoffensive" sein, um die Chancen im europäischen Binnenmarkt intensiver zu nützen. Die Einführung des Euro wird zu einer der größten Herausforderungen für die Wirtschaft werden, erwartet Farnleitner. Probleme der österreichische Zahlungsbilanz hätten dann nur mehr regionale Bedeutung im Rahmen der Wirtschafts- und Währungsunion. "Sollten wir den Euro nicht einführen, werden die Sorgen mit der Zahlungsbilanz weiter bestehen", so Farnleitner.

Die Ostöffnung hat eine große Wirtschaftsdynamik in Österreich ausgelöst, erklärte Farnleitner. Zahlreiche österreichische Firmen sind durch die Gründung von Niederlassungen in den östlichen Nachbarländern zu "Minimultis" geworden. Angst vor dem EU-Beitritt der mittel- und osteuropäischen Länder sei nicht begründet, denn "Österreichs Chance in den nächsten Jahren ist der Donauraum". (Schluß) RL

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