OeNB - EWI-Bericht über "Developments in EU payment systems in 1996"

Wien (OTS) - Das Europäische Währungsinstitut (EWI) hat
heute einen Bericht über "Developments in EU payment systems in 1996" veröffentlicht. Dieser Bericht knüpft an frühere Berichte über gemeinsame Mindestmerkmale von bzw. Entwicklungen in nationalen Zahlungssystemen an.

Wie in den vergangenen Jahren behandelt der Bericht die Themengebiete, bei denen die Zentralbanken ein gemeinsames oder gleichgerichtetes Vorgehen für notwendig erachten:
Zugangsbedingungen, Risikopolitik, rechtliche Aspekte,
Standards und Infrastruktur, Preispolitik und Betriebszeiten.

Um die Öffentlichkeit auch über allgemeine Entwicklungen in
den EU-Mitgliedstaaten zu informieren, werden darüber hinaus
zwei weitere Themen, nämlich Wertpapierabwicklungssysteme und Elektronisches Geld, herausgestellt.

Das EWI und die nationalen Zentralbanken kommen bei ihrer
Analyse zu dem Schluß, daß die in dem Bericht über gemeinsame Mindestmerkmale für nationale Zahlungssysteme ("Minimum common features for domestic payment systems") im Jahr 1993
aufgestellten zehn Grundsätze bereits zu einem Großteil erfüllt werden. In allen EU-Mitgliedstaaten werde weiterhin an der vollständigen Umsetzung gearbeitet, die für den Beginn der
Stufe 3 der Europäischen Währungsunion (EWU) erwartet wird.

Der EWI-Rat hält die Entwicklung und Errichtung eines Echtzeit-Bruttosystems (RTGS-Systems) in jedem EU-Mitgliedstaat
für die wichtigste Aufgabe auf dem Gebiet des Zahlungsverkehrs. 1993 waren RTGS-Systeme in lediglich sieben Ländern (Dänemark, Deutschland, Finnland, Italien, Niederlande, Österreich und Schweden) in Betrieb, und die Mehrzahl der Großbetragszahlungen wurde noch über Nettosysteme verrechnet. Im Laufe des Jahres
1996 bzw. im 1. Quartal 1997 haben in vier Ländern (Belgien, Großbritannien, Irland und Portugal) neue RTGS-Systeme ihren Betrieb aufgenommen. Es wird erwartet, daß Ende 1997 in fast
allen EU-Mitgliedstaaten neue bzw. neu konzipierte RTGS-Systeme errichtet sind. Die Zusammenarbeit zwischen dem Kreditgewerbe
und den Zentralbanken wird auch weiterhin erforderlich sein, um Verzögerungen bei der Errichtung der Systeme zu vermeiden; die RTGS-Systeme werden die Grundlage des TARGET (Trans-European Automated Real-Time Gross Settlement Express Transfer) -Systems bilden, d.h. des Zahlungssystems, dessen Einführung die EU-Zentralbanken und das EWI im Hinblick auf die dritte Stufe der
EWU vorbereiten.

Weitere Anstrengungen werden notwendig bleiben, um unterschiedliche nationale Rechtsvorschriften zu beseitigen,
durch die es zu Risiken für nationale und grenzüberschreitende Zahlungssysteme kommen kann (z.B. Null-Uhr-Klauseln, unterschiedliche Bestandfestigkeit von Nettingvereinbarungen).
Eine Lösung hierfür könnte der von der Europäischen Kommission vorgelegte Entwurf einer Richtlinie über "Settlement Finality
and Collateral Security" sein.

Entsprechend den Bestimmungen des EU-Vertrages werden das
EWI und die nationalen Zentralbanken Problemen im
Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Massenzahlungen
weiterhin große Aufmerksamkeit widmen, obwohl keine gemeinsame aktive Beteiligung an der Abwicklung solcher Zahlungen
beabsichtigt ist. Das EWI und die nationalen Zentralbanken bestärken das Kreditgewerbe, wo immer möglich die Verbreitung nicht kompatibler technischer Standards zu vermeiden.

Der Bericht wird von den nationalen Zentralbanken zur
Verfügung gestellt. Er ist aber auch beim Europäischen Währungsinstitut unter folgenden Anschriften erhältlich:

Europäisches Währungsinstitut Oesterreichische Nationalbank Pressebüro Sekretariat des Direktoriums/ Kaiserstraße 29 Öffentlichkeitsarbeit
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