Steuermillionen für Klon-Projekt an Rindern?

Vorausmeldung zu NEWS Nr. 16/97 24.4.97

* Rätsel um Forschungsauftrag der Wiener Veterinär-Uni

* Kritiker behaupten: "Da steckt Klonieren dahinter!"

* Tierschützer fordern nun Klonierungs-Verbot an Tieren

Wien (OTS) - Wie in der am heutigen Donnerstag erscheinenden Ausgabe von NEWS berichtet wird, wird möglicherweise mit österreichischem Steuergeld das Klonen - also die gen-identische Kopie - von Rindern versucht. Die Fakten: Am Institut für Tierzucht und Genetik der Veterinärmedizinischen Universität Wien läuft seit Oktober 1994 ein vom Wissenschaftsministerium mit drei Millionen Schilling gefördertes Forschungsprojekt unter dem Titel: "Produktion von Nachkommen von Totipotenten Zellen aus der inneren Zellmasse von Blastozysten des Rindes." Was für Laien gänzlich unverständlich klingt, läßt für kritische Wissenschafter kaum Zweifel offen: "Da steckt ein Klonierungs-Projekt dahinter." Diese Meinung vertreten jedenfalls Alfred Haiger, Vorstand am Institut für Nutztierwissenschaften an der Universität für Bodenkultur, sowie die Mikrobiologin Ulli Sima von der Umweltschutzorganisation Global 2000. Sima: "Ähnlich wie beim Schaf Dolly sollen Zellkerne aus befruchteten Eizellen entfernt und durch andere Eizellen ersetzt werden, um daraus identische Lebewesen herzustellen."

Der Leiter des Projekts, Gottfried Brem, dementierte auf NEWS-Anfrage, daß es sich um Klonierungsversuche handelt. Außerdem werde nicht in Wien daran gearbeitet: "Das ist ein Osteuropaprojekt, das hauptsächlich im slowakischen Nitra abläuft."

Da das Klonen von Tieren in Österreich bislang gesetzlich überhaupt nicht geregelt ist, fordern Tier- und Umweltschützer jetzt von der Regierung ein explizites Klonierungsverbot noch vor dem Sommer.

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