WWF: EW Reutte soll Kraftwerksabsage der E-Wirtschaft folgen!

Wien (OTS) - Als reine Trotzreaktion gegenüber den Naturschützern bezeichnete Stefan Moidl, Energiesprecher des WWF Österreich, das Festhalten der EW Reutte an den Streimbachkraftwerken. "In ganz Österreich erteilt die E-Wirtschaft zumindest einstweilige Absagen an neue Kraftwerke, um der Strompreispolitik des europäischen Marktes möglichst unbelastet gegenüberzutreten. Davon sind Anlagen betroffen, die effizienter wären als die am Streimbach. Das Drängen der EW Reutte kann ich daher nur als Trotzreaktion interpretieren, da energie- und wirtschaftspolitische Überlegungen deutlich dagegensprechen."

So schiebt der Verbund den Bau dreier bereits genehmigter Kraftwerke auf: das Laufkraftwerk Werfen an der Salzach, das erweiterte Speicherkraftwerk Gerlos II in Tirol und das kalorische Kraftwerk Korneuburg, Niederösterreich. Ob sich deren Errichtung überhaupt lohnen wird, hänge von einer Klärung der Strompreissicherung im mit 1999 geöffneten europäischen Markt ab. Darüber hinaus erklärte Verbundchef Haider, der Strombedarf mache den Bauverzicht leicht. Auch die TIWAG hatte Ende März erklärt, die Realisierung des Kraftwerk Roppen habe angesichts der EU-Liberalisierung des Strommarktes und der aktuellen energiewirtschaftlichen Situation Tirols keine Priorität.

Die Zukunft des EW Reutte ist aufgrund des ungeklärten Single-Buyer-Status noch wesentlich unsicherer als die des Verbundes und der Landesgesellschaften. Stefan Moidl: "Wenn die EW Reutte diesen Status nicht bekommen, verlieren in zwei Jahren mit größter Wahrscheinlichkeit den Grußkunden Planseewerke und damit 30% ihres Absatzmarktes. Dann wäre infolge der Fehlinvestition in die Streimbachwerke von einer Erhöhung der Haushaltstarife bis zum Konkurs alles drin."

Die EU-Strommarkt-Liberalisierung müsse auch im Naturschutzverfahren berücksichtigt werden, so der WWF. Denn die bereits bestehenden Überkapazitäten an Strom werden sich deutlich erhöhen, wennn auch nur ein Teil der rund 40 zugelassenen Großkunden künftig auf billigeren Strom aus dem Ausland zugreifen kann. Mag. Christoph Walder, Leiter der WWF Landesorganisation Tirol: "Damit kann den negativen Naturschutzgutachten sicherlich kein langfristiges öffentliches Interesse an den Streimbachkraftwerken gegenübergestellt werden. Im Gegenteil - im öffentlichehn Interesse ist eine nachhaltige Nutzung - der Aufbau von Naturtourismus - des Wildflußsystems in Verbindung mit Naturschutzmaßnahmen."

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