Greenpeace veröffentlicht "Broken Promises" der kanadischen Regierung Utll: Umweltorganisation erhebt schwere Vorwürfe gegen Holzwirtschaft im kanadischen Britisch Kolumbien

Toronto/New York/Wien (OTS) - Heute veröffentlicht Greenpeace
den Report "Broken Promises", in dem die Umweltorganisation schwere Vorwürfe gegen die Forstwirtschafts-Praxis im kanadischen Britisch Kolumbien erhebt. Trotz Versprechungen der kanadischen Regierung, drastische Veränderungen zum besseren vorzunehmen, sei die Situation in Britisch Kolumbien kritischer als je zuvor, berichtet Tzeporah Berman, Greenpeace-Waldexpertin vor Ort.

Zumindest 95 Prozent aller Schlägerungen in Britisch Kolumbien werden nach wie vor in den Urwäldern durchgeführt und haben u. a. schwere Erdrutsche zur Folge. In Küstennähe wird noch immer zu 97 Prozent Kahlschlag praktiziert, wodurch man den Fischgewässern immensen Schaden zugefügt. Nicht zuletzt mit den neuesten Kahlschlag-Aufnahmen aus Britisch Kolumbien deckt Greenpeace auf, wie wenig die Versprechungen der kanadischen Regierung wert sind, und wie sehr die Öffentlichkeit jahrelang mit millionenschweren, aber scheinheiligen PR-Aktivitäten hinters Licht geführt wurde.

Nach Jahrzehnten unregulierter Schlägerungen sollten Programme wie der - im November 1993 veröffentlichte und im Juni 1995 verordnete -"Forest Practices Code" mithelfen, die angeblich ehrgeizigen Regierungs-Vorhaben in die Tat umzusetzen: Von einer Schlägerungs-Reduktion in Urwäldern war die Rede, vom Schutz aller für die Erhaltung der Artenvielfalt wichtigen Gebiete und Fließgewässer, von einem generellen Kahlschlags-Verbot in ökologisch sensiblen Gebieten und vielem mehr.

Tatsächlich verändert hat sich in den Wäldern Britisch Kolumbiens jedoch so gut wie nichts: Die jährliche Schlägerungsmenge der kanadischen Provinz liegt nach wie vor Millionen von Kubik-metern über der von der Regierung geschätzten Menge, die für eine nachhaltige Forstwirtschaft notwendig wäre. Allein im gemäßigten Regenwald der Küstenregion Britisch Kolumbiens wurde bereits mehr als die Hälfte der Bäume geschlägert, und auf Vancouver Island holzte man bislang siebzig Prozent des dortigen Regenwaldes ab.

Noch ist Kanada - neben Brasilien und Rußland - eines von nur mehr drei Ländern weltweit, das bedeutende Regionen unberührter Wälder besitzt. Wie es aussieht, nicht mehr allzu lange: Die Vereinigten Forstindustrien geben zu, daß die Wälder mit einer Rate von einem Hektar pro halber Minute (!) kahlgeschlagen werden. "Wir werden jetzt alles daran setzen, die Zerstörung von Kanadas Wäldern aufzuhalten, bevor es zu spät dazu ist”, kündigt Greenpeace-Sprecherin Berman Protest-Aktivitäten der Umweltorganisation an. "Denn Kanada hat sowohl die Möglichkeit als auch die Verpflichtung, seine Altwälder für zukünftige Generationen zu schützen”, so Berman.

Weitere Informationen: Attila Cerman, Martin Frimmel; Greenpeace Österreich, Tel.: 01/7130031-0 Mary MacNutt, Karen Mahon; Greenpeace Kanada, Tel.: ++1-416-5051792 oder 5978408
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