Der große böse Wolf WWF-Workshop will mit alten Vorurteilen aufräumen

Wien (OTS) - Schon morgen kann es soweit sein, daß der erste Wolf nach Österreich kommt. In der Vergangenheit wurde Meister Isegrim mit einem Gewehr begrüßt. Dies soll sich in Zukunft ändern. Aus diesem Anlaß veranstaltet der WWF (World Wide Fund For Nature) am 25. und 26. April 1997 in Wien einen internationalen Workshop zum Thema "Die Zukunft der Großen Beutegreifer", zu denen neben dem Wolf auch der Bär und der Luchs zählen.

Der Schutz der "Großen Drei" ist eines der zentralen Anliegen der europäischen Artenschutzexperten. "Wenn wir lernen, mit Tieren wie dem Bären, dem Luchs oder dem Wolf nebeneinander zu leben, haben wir die große Chance, eine alte Schuld wieder gut zu machen", sagt WWF-Experte Norbert Gerstl. Denn jahrzehntelang wurden diese Tiere gejagt - bis hin zur Ausrottung. Jetzt erobern die Großen Beutegreifer ihre alten Reviere wieder teilweise zurück.Vor allem aus dem ehemaligen Jugoslawien konnte in den letzten Jahren eine verstärkte Einwanderung von Bären beobachtet werden. Und in Slowenien tauchten bereits die ersten Wölfe auf. Österreich spielt aufgrund seiner geographischen Lage eine zentrale Rolle. Deshalb hat der WWF Österreich Artenschutzexperten aus allen europäischen Ländern nach Wien eingeladen, um über vorbeugende Maßnahmen zu diskutieren.

Vorbild Österreich: Gerade in unserem Alpenstaat wurde auf dem Gebiet der Wiedereinbürgerung von Großen Beutegreifern Pionierarbeit geleistet. "Es ist uns in jahrelanger Arbeit gelungen, die Vorurteile gegenüber den Braunbären abzubauen. Und so den zotteligen Gesellen wieder einen Lebensraum zu schaffen", freut sich Gerstl.

Meister Isegrim ist völlig harmlos: Doch für die Artenschutzexperten steht schon wieder eine neue Aufgabe "vor der Tür". Daß in den nächsten Jahren wieder einzelne Wölfe aus den ehemaligen Ostblockstaaten nach Österreich einwandern ist keine Illusion. "Panik ist aber sicher nicht angebracht. Denn die Tiere stellen für uns überhaupt keine Gefahr dar. So ist kein einziger Fall bekannt, wo ein Wolf einen Menschen angegriffen hätte", räumt Gerstl mit einem alten Vorurteil auf.

In Bulgarien begeben sich die Wölfe auf Nahrungssuche sogar bis in die Zentren der Großstädte. "Aber auch dort gibt es noch keinen einzigen Fall einer Wolfsattacke. Das beweist sehr eindrucksvoll die Gutmütigkeit von Meister Isegrim",meint Gerstl. Diese Tatsache allen Menschen näher zu bringen ist die Aufgabe des Workshops "Die Zukunft der Großen Beutegreifer", der vom 25. bis 26. April in Wien stattfindet. Teilnehmen werden Artenschutzexperten aus mehr als 15 Ländern.

Journalisten sind am Freitag, dem 25. April herzlich zum Heurigen Wolff (1190 Wien,Rathstr. 50) in Neustift am Walde ins "Panda Stüberl" eingeladen. Dort haben Sie Gelegenheit, sich mit den Teilnehmern des Workshops zu unterhalten. Beginn ist um 20.30 Uhr.

Rückfragen & Kontakt:

WWF Österreich, Markus Grieshofer, 01/4891641-32

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