Enquete bestätigt hohen Stellenwert der Schulbuchaktion

Versorgung mit aktuellen Schulbüchern muß auch in Zukunft sichergestellt sein

Wien (PWK) - "Die Schulbuchaktion garantiert eine effiziente und ökonomische Versorgung aller Schüler mit aktuellen Unterrichtsmaterialien. Das ist in einer Zeit, wo sich Wissen so rasch ändert, sehr wichtig. Insofern ist der Vorwurf der Verschwendung nicht gerechtfertigt. Die Schulbuchaktion ist wesentlich besser als ihr Ruf und im Vergleich mit anderen Möglichkeiten und auch im internationalen Vergleich sehr wirtschaftlich," betonte Günter Stummvoll, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, bei einer Schulbuch-Enquete vor rund 200 Gästen in Wien. In Zeiten, wo gespart werden müsse, so Stummvoll, sei natürlich auch zu überlegen, wie die Schulbuchaktion noch verbessert werden könne. So könne er etwa mit einem etwas höheren Selbstbehalt der Eltern "durchaus leben". Aus ordnungspolitischen Gründen sprach er sich aber dagegen aus, daß mit den überwiegend aus Unternehmensbeiträgen gespeisten Mitteln des Familienlastenausgleichsfonds Schulausstattungen finanziert werden:
"Sonst kommt irgendwann noch eine Forderung auf, daß der Familienlastenausgleichsfonds die Reparatur kaputter Schuldächer finanzieren soll." ****

Die Diskussion um die Zukunft der Schulbuchaktion ist durch die Budgetknappheit wieder aufgeblüht. Sollte die vom Familienministerium angekündigte Deckelung des Budgets bei 1,2 Milliarden Schilling bis ins Jahr 2000 Wirklichkeit werden, entsteht Zugzwang, da sich das bisherige System dann nicht mehr aufrecht erhalten läßt. Laut einer Untersuchung der Kienbaum-Unternehmensberatung, die bei der Schulbuch-Enquete präsentiert wurde, stehen in der Folge drei Varianten offen:

Einführung eines Leihsystems, das nur dann nennenswerte Einsparungen brächte, wenn mehr als 40 Prozent der Bücher mindestens vier Jahre ausgeliehen werden;

erhöhte Beteiligung der Eltern, wie es in einigen deutschen Bundesländern der Fall ist;

Einführung eines Bonussystems: Schul- und Fachbücher werden in diesem System selbst angeschafft oder übereignet - eine Ausleihe existiert nicht. Je nach Einkommensgrenze und Kinderzahl werden Landeszuschüsse zu den Lernmittelkosten, gestaffelt nach 50, 75 und 100 Prozent gezahlt.

Für ein Bonussystem wäre eine politische Entscheidung notwendig, die derzeit aber nicht abzusehen ist.

Gegen die ersten beiden Varianten wehrt sich Andreas Cancura, Geschäftsführer des Katholischen Familienverbandes Wien: "Die Kosten für ein Jahr ASVG-Pensionen ermöglicht 200(!) Jahre Schulbuchaktion -da kann doch niemand guten Gewissens Einsparungen in diesem Bereich, ein pädagogisch nachteiliges Leihsystem oder eine Mehrbelastung der Eltern verlangen!"

Die Erfahrungen mit dem Leihsystem in Deutschland zeigen zusätzliche Nachteile: "Schleichende" Verlängerungen der Ausleihzeit von drei auf fünf und mehr Jahren, hoher Verwaltungsaufwand, Unterrichtsausfall und Generierung einer Zweiklassengesellschaft unter Schülern: So wurde in Rheinland-Pfalz das Leihsystem drei Jahre nach der Einführung bereits wieder abgeschafft, in Niedersachsen wollen die meisten Lehrer und Eltern dasselbe (nach fünfjähriger Laufzeit des Leihsystems) erreichen.

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Dr. Doris Regele

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