Wirtschaft warnt vor unüberlegten Berufsschullösungen

AMS-Aussagen zur Lehrlingssituation problematisch

Wien (PWK) - "Jene Lehrstellensuchenden, die keinen Lehrplatz finden, sind in der Regel nicht Jugendliche mit den besten Schulzeugnissen, sondern jene mit beachtlichen Bildungsdefiziten", stellt Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildung in der Wirtschaftskammer Österreich zu den Vorschlägen von AMS-Vorsitzenden Herbert Buchinger zur künftigen Gestaltung der Lehrlingsausbildung fest. Die Vorschläge Buchingers, die duale Berufsausbildung durch schulische Maßnahmen zu ergänzen, werden gerade bei jenen Jugendlichen, die in der Schule versagt haben oder schulmüde sind, nicht greifen, so Piskaty. ****

Berufsvorbereitungskurse allerdings, die das AMS bereits in einigen Bundesländern in enger Kooperation mit der Wirtschaft anbietet und in denen Jugendliche "lehrvertragsreif" gemacht werde, sind eine wesentlich bessere Lösung. Neben dem Schließen von Lücken in Rechnen, Lesen und Rechtschreiben haben die Jugendlichen zusätzlich in der Form der Arbeitserprobungen auch erste Kontakte mit potentiellen Lehrbetrieben. Ebenso positiv steht die Wirtschaft einer "Vorlehre" nach Schweizer Muster gegenüber, wo in maximal einjährigen Kursen mit theoretischer und praktischer Ausbildung Jugendliche spezifisch gefördert werden.

"Solche Aktivitäten sind sicher sinnvoller als das permanente Erfinden neuer und kostspieliger Bildungswege, die für die Betroffenen nur eine Sackgasse darstellen", betont Piskaty. "Die Wirtschaft wird sich gegen alle Ideen wenden, die angesichts der derzeit schwierigen Lehrstellensituation versuchen, das bewährte österreichische Lehrlingsausbildungssystem umzufunktionieren.

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50105/4072Dr. Georg Piskaty

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