Noch keine Ergebnisse bei Arbeitszeitflexibilisierung

Tourismuswirtschaft wartet auf Einlenken der Gewerkschaft - Kröll: "Druck seitens der Bundesländer wird immer stärker"

Wien (PWK) - Die Arbeitszeitflexibilisierung im Tourismus läßt weiter auf sich warten. Auch die Kollektivvertragsverhandlungen im Gastgewerbe haben in diesem Punkt bisher keine Ergebnisse gebracht. Andrerseits machen speziell die westlichen Bundesländer in dieser Frage immer mehr Druck, weshalb die Bundessektion Tourismus ihren Forderungen jetzt besonderen Nachdruck verleiht, erklärt Bundessektionobmann Komm.Rat Hansjörg Kröll. ****

Gerade der Fremdenverkehr ist aufgrund seiner Arbeitsintensität ein Motor bei der Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Entwicklung des Tourismus spielt, nicht zuletzt für junge Leute, eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit.

"Wir warten deshalb weiter auf positive Signale", betont Kröll. "Die Verhinderungspolitik unseres Sozialpartners ist in diesem Lichte völlig unverständlich, zumal eine Reihe von Flexibilisierungsmaßnahmen die Arbeitnehmer nichts kostet".

Zentrales Anliegen der Arbeitgeberseite ist die Ausdehnung der Normalarbeitszeit auf zehn und in Saisonbetrieben auf zwölf Stunden, um auf die Erfordernisse des zunehmenden Qualitätswettbewerbes flexibel reagieren zu können. Dazu gehört auch die Verkürzung der täglichen Ruhezeit auf acht Stunden, wenn ausreichende Erholungsmöglichkeiten zwischen den Schichten bestehen. "Anders sind Saisonbetriebe zu Spitzenzeiten nicht zu führen", unterstreicht Kröll den Standpunkt der Wirtschaft.

Eine weitere dringende Forderung, die ohne Schwierigkeiten zu erfüllen ist, betrifft die Verlängerung der Abendarbeitszeit der Jugendlichen von derzeit 22 Uhr auf 23 Uhr, was auch EU-konform ist. Dasselbe gilt für die Aliquotierung des Urlaubsanspruches auch nach einem halben Jahr der Beschäftigung in einem Unternehmen.

So rasch wie möglich sind schließlich die Forderungen der Tourismuswirtschaft nach vermehrten Möglichkeiten der Teilzeitarbeit zu realisieren. Dadurch würde es auch gelingen, mehr inländische Arbeitskräfte heranzuziehen und die Arbeitsmarktsituation zu entlasten. "Es gibt viele Frauen, die nach einigen Jahren Pause wieder in den Arbeitsmarkt zurückwollen, jedoch kein volles Arbeitsverhältnis anstreben. Mit attraktiven Teilzeitangeboten wäre allen Seiten gedient", appelliert Kröll an die Einsicht der Gewerkschaft.

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Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft

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