"Hilfe, ich bin allergisch!"

Wien (OTS) - Mit dem beginnenden Frühjahr sind allergische Reaktionen wieder in aller Munde oder besser gesagt in "Vieler Nase"! Gesundheitliche Beeinträchtigungen treten vor allem in den Atemwegen, auf der Haut und im Magen-Darm-Trakt auf. Ein großer Teil der nach außen hin als Allergie bezeichneten Erkrankungen stellen sich bei eingehender Untersuchung zum Glück nicht als solche heraus. Unverträglichkeiten auf Nahrungsmitteln oder deren Inhaltsstoffe zeigen häufig sehr ähnliche Symptome unabhängig davon, ob eine einfache Unverträglichkeit, eine Aversion, Pseudoallergie, Allergie oder eine Infektion vorliegt. Für den Erkrankten ist die Suche nach der Erkrankungsursache von höchstem Interesse. Abhängig von der Ursache sind mehr oder weniger große Ernährungseinschränkgungen zu beachten, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Bei einer Allergie liegt eine Überreaktion des Immunstoffwechsels auf einen Eiweißkörper mit den bekannten Erkrankgungssymptomen vor, dem es gelungen ist, den üblichen Eiweißabbau im Magen-Darm-Trakt zu umgehen. Körperfremdes Eiweiß wird im Normalfall vom Immunsystem unauffällig eliminiert. Kleinste Eiweißmengen sind bereits in der Lage, Reaktionen zu verursachen. Nur strikte Elimination eines unverträglichen Lebensmittels oder dessen Inhaltsstoffes bringen Abhilfe.

Eine Pseudoallergie zeigt nahezu dieselben Krankheitszeichen wie die Allergie, jedoch wird sie nicht durch Fremdeiweiß im Körper ausgelöst, sondern durch biogene Amine, die mit der Nahrung aufgenommen werden. Diese kommen natürlicherweise in den Lebensmitteln vor, z. B. in Paradeiser, oder entstehen durch Altern von Fleisch, durch Räuchern oder durch Vergärung wie bei alkoholischen Getränken und Käse. Für den Betroffenen ist es vorteilhafter, eine Pseudoallergie zu haben, weil kleinere Mengen des unverträglichen Lebensmittels - individuell verschieden - ohne Beschwerden vertragen werde können. Dies gilt auch für Unverträglichkeiten, die auf einer Enzymschwäche, einer Enzymopathie, beruhen. Für Allergie und Pseudoallergie ist charakteristisch, daß sie durch definierbare Inhaltsstoffe der Nahrungsmittel auslösbar sind. Dies auch dann, wenn die speziellen Stoffe nicht in charakteristischen Lebensmitteln enthalten sind. Aversionen beziehen sich nur auf Lebensmittel oder eine Lebensmittelgruppe, deren Geruch, Geschmack oder Aussehen und sind meist mit persönlichen schlechten Erfahrungen verbunden. Die Hilfe für den Menschen mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit ist immer dessen Weglassen aus dem Ernährungsplan. Vielfältige Unverträglichkeiten können zu extremen Fehlernährungen führen. Unberechtigte Angst vor Reaktionen kann die Fehlernährung zusätzlich verstärken. Fehlernährung, die möglicherweise zu einer Mangelernährung wird, verschlechtert den Ernährungszustand und schwächt damit zusätzlich das Abwehrsystem. Ein circulus vitiosus nimmt hier seinen Ausgang.

Eine fachmännische ärztliche Diagnostik und die kompetente Beratung ist Voraussetzung für zielgerichtete Ernährungsmaßnahmen gegen die Unverträglichkeit ohne Angst und Überreaktionen. Als Sammelinformation für fachgerechte Beratung gibt es die "Österreichische Lebensmitteldatenbank für überempfindliche Personen." Darin geben Herstellerfirmen kompetente Informationen über Ihre Produkte, die im normalen Lebensmittelhandel oder in üblichen Nährwerttabellen nicht verfügbar sind. Dieses Werk kann dem Fachmann als Beratungsgrundlage für den durch Nahrungsmittel-unverträglichkeiten bzw. Allergien geplagten Menschen dienen.

Der Autor ist Dr. V. Veitl., Ernährungsphysiologe und Vorstandmitglied der ÖGE, Vollererhofstraße 299, A-5412 Puch

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