Initiative für eine bäuerliche Zukunft

Wien (OTS) - Die Österreichische Bergbauernvereinigung, landwirtschaftliche Mitinitiatorin des Gentechnik-Volksbegehren, fordert die Regierung auf, in den nächsten Wochen nicht vor dem Druck der Gentech-Lobby in die Knie zu gehen, sondern den Auftrag der Unterzeichner ernst zu nehmen.

Vorrangiges Ziel muß u. a. die Erhaltung der Arbeitsplätze in der bäuerlichen Landwirtschaft sein. Der Gentech-Einsatz kann hier weitere Rationalisierungen sicher beschleunigen. Bis heute wurde jedoch nie seriös belegt, daß in der Gentech-Industrie mehr Arbeitsplätze zu gewinnen als in der Landwirtschaft durch beschleunigten Strukturwandel zu verlieren sind.

Lebensmittel aus dem "Genlabor" können die Massenproduktion zwar verbilligen, weil sie den Bedürfnissen der verarbeitenden Industrie entgegenkommen. Allerdings auf Kosten bäuerlicher Landwirtschaftsbetriebe und auf Kosten der Lebensmittelqualität. Mit dem vielbeschworenen Feinkostladen "Europas" hat das gar nichts, mit Produktion unter beschränkter Haftung leider sehr viel zu tun (geltende Haftungsbestimmungen nicht risikogerecht).

Mit einer Beschränkung der Gentechnikfreiheit auf den Biolandbau und einer Positivkennzeichnung, wie das EU-Kommissar Fischler anbietet, geben wir uns nicht zufrieden.

Daher bereiten wir für den Gen-Gipfel am 28. April ein Konzept "gentechnikfreie Landwirtschaft"
mit folgenden zentralen Punkten vor:

1. nur "gesunde Produktionsweisen können "gesunde" Lebensmittel hervorbringen, die das Vertrauen der Konsumenten haben. So kann Österreich ein besonderes Qualitätsimage ausbauen.

2. Industrielle Massenproduktion der Hightech-Landwirtschaft ist nur um den Preis entsprechender ökologischer und sozialer Folgekosten billiger. Zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen ist unverzüglich das Prinzip der Kostenwahrheit einzuführen. Auch Ministerin Mag. Barbara Prammer hat diesen Problembereich in der Pressestunde angesprochen. Wir fordern konrekte Taten hin zu einer fairen Preisgestaltung.

3. lückenlose Kennzeichnung genmanipulierter Produkte

4. Einarbeitung von gentechnikfrei in z. B. das Umweltförderungsprogramm Öpul, ...

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DI Elisabeth Baumhöfer
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