Zoll läßt gequälte Tiere in Kiew warten

Wien (OTS) - Die gequälten Hunde in der ukrainischen Hauptstadt müssen noch auf die entscheidende Hilfe warten. Ein von Tierhilfswerk Austria (THWA) sowie Deutschem Tierhilfswerk (DTHW) organisierter Hilfskonvoi mit Medikamenten samt Operationsmobil erreichte zwar sein Ziel. Doch der ukrainische Zoll läßt vorerst keine Freigabe zu. Den Hintergrund dafür bildet eine neue Regelung der ukrainischen Behörden, wonach Hilfslieferungen - ob für Tschernobyl-Opfer oder Streuner - verzollt werden müssen. Eine Verlängerung der Zollbefreiung wurde zwar von der Ukraine zugesagt, bisher jedoch keineswegs generell praktiziert.

Der Hundeschlachthof "Budka" am Rande von Kiew, wo Hunde bis vor kurzem noch lebendig gehäutet wurden, war aufgrund des Drucks der Mitglieder der Tierhilfswerke und ukrainischer Tierschützer im Februar geschlossen worden. Nach langwierigen Verhandlungen wurde der ehemalige Hundeschlachthof inzwischen dem ukrainischen Kooperationspartner des THWA, der Tierschutzorganisation S.O.S. Animalis, übergeben. Dort soll ein Tierheim entstehen. In der Vorwoche reisten Helfer aus Österreich und Deutschland mit Hilfsgütern und einer rollenden tiermedizinischen Klinik an. Als Sofortmaßnahme wurden die in der "Budka" noch lebenden Tiere behandelt, und die Gebäude desinfiziert bzw. provisorisch renoviert. Die ebenfalls geplante Kastrationsaktion konnte wegen der Zollstreitigkeiten noch nicht begonnen werden. Tierärzte stehen jedoch auf Abruf bereit.

Christian Janatsch, Präsident des THWA: "Es ist bedauerlich, daß staatliche Geldgier Hilfsprogramme gefährdet. Jeder hat Verständnis dafür, daß die Staatskassen der Ukraine leer sind, doch sollten zur Deckung von Löchern im Staatshaushalt nicht Hilfslieferungen herangezogen werden."

Überschattet wurde die Hilfsaktion in der Vorwoche durch massive Drohungen gegen das neue Tierheim sowie die vor Ort anwesenden Tierschützer. Noch immer wird das Tierheim rund um die Uhr von der Polizei bewacht. Übergriffe - wie angedrohte Brandanschläge - werden befürchtet. Die oberste Polizeibehörde der Ukraine hat sich inzwischen eingeschaltet.

Wer die Hilfsaktion unterstützen will: Spendenkonto Kiew
Bank Austria BLZ 20151 Kontonummer 626 132 500

Rückfragen & Kontakt:

Tierhilfswerk Austria
Tel.: 02243/229 64

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