Wirtschaftstreuhänder werden auch "neue Variante" der Mindeskörperschaftsteuer bekämpfen

"Postulierte Rendite von 17 Prozent ist unrealistisch"

Wien (OTS) - Die Wirtschaftstreuhänder wehren sich strikte gegen den angekündigten neuerlichen Versuch, die Mindestkörperschaftsteuer für Kapitalgesellschaften zu erhöhen. Die MindesKöSt beträgt -nachdem der Verfassungsgerichtshof eine Erhöhung auf öS 50.000,-aufgehoben hat - derzeit wieder öS 15.000,-. Dies entspricht -bezogen auf das Mindesstammkapital einer GmbH - einer postulierten Rendite von etwa 10 Prozent. Die vorgesehene Erhöhung auf öS 25.000,-, sohin um zwei Drittel, würde eine fiktive Rendite von 17 Prozent postulieren - eine "unrealistische und nicht erzielbare Annahme", die erneut einer groben Ungleichbehandlung der Steuerpflichtigen gleichkäme. Eine derartige Regelung würden die Wirtschaftstreuhänder notfalls wiederum vor dem Verfassungsgerichtshof bekämpfen. Gerade im Sinne des Steuerklimas und der Rechtssicherheit warnen die Wirtschaftstreuhänder den Gesetzgeber vor einem "Einmal-geht's-noch"-Versuch.

Wenn schon eine fiktive Steuer eingehoben wird, so fordern die Wirtschaftstreuhänder eine möglichst gerechte und vor allem auch einfache Lösung. Dr. Karl Bruckner, Leiter des Fachsenats für Steuerrecht, schlägt als "Kompromißlösung" eine generelle Mindes KöSt von 3 Prozent des Stammkapitals vor. Für die 500.000-Schilling-GmbHs, die mehr als 90 Prozent der betroffenen Gesellschaften ausmachen, bedeutet das weiterhin eine MindestKöSt von öS 15.000,- jährlich. Gesellschaften mit höherem Stammkapital würden entsprechend höher belastet, wobei eine Obergrenze ("Deckelung") der MindestKöSt in der Höhe von maximal öS 75.000,- jährlich vorzusehen wäre.

Bruckner: "Der Verfassungsgerichtshof hat eindeutig klar gemacht, daß die MindestKöSt in einer direkten wirtschaftlichen Relation zu tatsächlich erzielbaren Kapitalrenditen stehen muß. Die Überlebenskraft kleiner Gesellschaften darf nicht überstrapaziert werden."

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