Brand auf dem Düsseldorfer Flughafen: Staatsanwaltschaft entlastet

Wien (OTS) - PVC
- Österreichisches PVC-Branche präsentiert Recycling-Handbuch
- Junges Design mit PVC im Wiener Museum für angewandte Kunst
- "PVC ist heute nicht mehr dasselbe Produkt wie vor 10 Jahren" =

"Die Zeit spricht für PVC, und die Zeit arbeitet für
PVC", zieht Dr. Helga Roder Bilanz über sechs Jahre Tätigkeit als Geschäftsführerin der PVC-Herstellerorganisation API. Das beherrschende bautechnische Thema des letzten Jahre - die Brandkatastrophe auf dem Düsseldorfer Flughafen - hat dem vieldiskutierten Kunststoff einige Sorgen bereitet: Waren doch zunächst PVC-Produkte (eine Regenrinne, Kabel) für die Brandentstehung und -ausbreitung verantwortlich gemacht worden. Medien und radikale Grüne nutzten die Gelegenheit zu einer weitreichenden Anti-PVC-Kampagne. Die nun - ein Jahr nach der Katastrophe - vorgelegten Untersuchungsberichte erweisen diese Kampagne jedoch als haltlos: PVC spielte weder bei der Entstehung und Ausbrteitung des Brandes noch für die Brandfolgen eine negative Rolle. Dies wurde nun auch von der mit den Untersuchungen befaßten Staatsanwaltschaft bestätigt.

Fachleuten war die Unhaltbarkeit der Vorwürfe von Anfang an klar -ist doch besonders der vorbeugende Brandschutz und das günstige Verhalten im Brandfall (PVC selbst brennt nicht, es brennt "nur mit") ein Vorteil von PVC im Bauwesen. Auch die Dioxin-Frage wird in der Diskussion überbewertet: Die Dioxinemissionen aus Schadfeuern sind im Rahmen der gesamten Dioxinemissionen bedeutungslos, selbst bei brandexponierten Personen wird keine Erhöhung der Dioxinkonzentration im Körper festgestellt. Die Dioxine sind bei Feuern an die Rußpartikel gebunden, bei der Brandsanierung spielen sie eine untergeordnete Rolle: Toxikologisch weit bedeutender sind die PAK, die in jedem Brandruß zu finden sind. Wenn Düsseldorf weiterhin als Argument gegen PVC heranzgezogen wird, ist es, so Roder, "nur ein Beweis mehr, daß langlebiger als PVC nur noch die negativen Vorurteile dagegen sein könnten."

"Recyclinghandbuch" für Praktiker

Sorgen macht den PVC-Herstellern generell, daß das Image mit der technischen und ökologischen Weiterentwicklung des Traditionskunststoffes nicht Schritt hält. Auch das in Österreich seit Jahren praktizierte PVC-Recycling, das alle wesentlichen Einsatzgebiete abdeckt, blüht offenbar im Verborgenen. Abhilfe soll hier das "Recyclinghandbuch" schaffen, das die verschiedenen Sammel-und Wiederverwertungsaktivitäten zusammenfaßt und - besonders wichtig - die Sammelstellen auflistet. Fenster, Rohre, Bodenbeläge, Kabel und Dachbahnen werden derzeit (neben den über den ÖKK erfaßten Verpackungen und eigenen Schienen für Pharmablister sowie "Plastikgeld" jedweder Art) wiederverwertet. Damit stehen für alle wesentlichen PVC-Einsatzgebiete Syteme zur Verfügung, die die stoffliche Wiederverwertung zum Ziel haben.

Österreich wird sich auch an dem von der ECVM (dem europäischen PVC-Hersteller-Verband) entwickelten Programm ("Waste Management Policy") beteiligen, das eine integrierte, schrittweise aufzubauende Gesamtkonzeption für alle Arten der Verwertung und Entsorgung ermöglicht. Stoffliches, rohstoffliches ("chemisches") und energetisches Recycling werden dazu - als einander ergänzende Lösungen - nach ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Faktoren analysiert und nach den Grundgedanken des Sustainable Development bewertet. Mittelfristig will das ECVM die Kosten der Verwertung in den Verkaufspreis des Endproduktes integriert sehen; branchenspezifischen Lösungen wird der Vorzug gegeben. Da Hochrechnungen zeigen, daß auch in den kommenden Jahren nicht mit einem nennenswerten Anstieg an PVC-Altprodukten zu rechnen ist, können diese Überlegungen ohne Zeitdruck und Hand in Hand mit den staatlichen Entsorgungskonzepten (Deponieverordnung, Müllverbrennung) erarbeitet werden. "Die nächsten Jahre wird für uns in der Praxis sicherlich weiterhin die stoffliche Wiederverwertung im Vordergrund stehen", betont Roder.

1997 wird für die API im Zeichen einer Informationsoffensive stehen, die Vorurteile in Politik und Verwaltung abbauen soll. Eine Umfrage des Gallup-Instituts hat gezeigt, daß vor allem zwei Themenkomplexe den öffentlichen Stellen "im Magen" liegen: neben der Entsorgungsfrage vor allem das Thema Brand. Roder: "Zwei Themen, bei denen die tatsächliche Entwicklung und der Stand des Wissens noch nicht ausreichend durchgedrungen sind."

Material Metamorphosis - Jungdesigner und PVC

Einen neuen Weg wollte die API mit dem Projekt "Material Metamorphosis" gehen, einer Zusammenarbeit mit der Meisterklasse für Produktgestaltung an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Die Studenten befaßten sich im Rahmen einer Semesterarbeit mit PVC. Die Ergebnisse spiegeln das Assoziations- und Einstellungsspektrum der angehenden Designer nicht nur zu PVC, sondern zu generellen Fragen von Materialwahl und -einsatz, des Konsums und des Ressourcenverbrauches. Auch hier zeigte sich, daß PVC polarisiert:
Die Faszination über Materialeigenschaften und -möglichkeiten ist in den Arbeiten der Studenten ebenso zu sehen wie kritische Distanz.

Arbeit an der Zukunft

Die wesentlichen Beschlüsse und Forderungen der Politik zu PVC basieren, so Roder, "auf einem Wissensstand von vor rund 10 Jahren." Auch die Studie der Gesellschaft Österreichischer Chemiker im Auftrag der österreichischen Bundesregierung (publiziert 1992) und der deutsche BLAU-Bericht (1992) sind "zum Teil von der technischen Entwicklung überholt, zum Teil haben sie sich als auf falschen Annahmen beruhend herausgestellt" (Roder). Zum Teil wurden Entwicklungen eingeleitet - siehe zum Beispiel "PVC-Verzichts-Beschlüsse" einiger Kommunen -, die als ökologisch und ökonomisch mehr als fragwürdig zu bezeichnen sind. Sie zu hinterfragen wäre Aufgabe moderner Umweltpolitik.

Rückfragen & Kontakt:

Partners in PR
Dr. Paul Ferstel
Tel.: 01/512 90 88

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS