Handel fordert Maßnahmen gegen Flächenexplosion am Stadtrand

Stadtzentren und ländliche Nahversorger dürfen gegenüber riesigen Einkaufsmaschinen nicht weiter benachteiligt werden

Wien (PWK) - Im Rahmen der Pressekonferenz über die aktuelle Umsatzentwicklung im Handel präsentierte Erich Lemler, Obmann der Bundessektion Handel, auch einen Film der Südtiroler Handelskammer, in dem die österreichische Raumordnung am Beispiel Tirols, als negatives Beispiel angeführt wurde. Die Explosion der Großverkaufsflächen am Stadtrand von Innsbruck, so der Südtiroler Kommentar, gefährde den kleinstrukturierten Handel, schade dem Tourismus und den gewachsenen Ortskernen und führe auch nicht zu mehr Arbeitsplätzen. Kurz: Das sei kein Vorbild für Südtirol. "Am Beispiel dieses Films sieht man, daß Österreich im Ausland bereits als negatives Vorbild gesehen wird. Wir fordern seit einiger Zeit Maßnahmen gegen den Wildwuchs der Einkaufsmaschinen am Stadtrand. Ich glaube, daß in Österreich wirklich Handlungsbedarf besteht" so Erich Lemler, "In ca. 10 Prozent der österreichischen Gemeinden gibt es keinen Nahversorger mehr", unterstreicht Lemler die dramatische Situation. ****

Um die Ortskerne erhalten zu können und die ländliche Nahversorgung zu sichern, soll daher nach den Vorstellungen der Bundessektion Handel eine entsprechende Bestimmung in die geplante Gewerbeordnung im Rahmen des Anlagenrechts eingefügt werden. "Es gibt bereits ein Rechtsgutachten eines Universitätsprofessors, wonach unser Vorschlag verfassungskonform ist," so Lemler.

Als weitere Maßnahme soll der Verkauf unter dem Einstandspreis über eine Neuregelung des Kartellrechts verhindert werden. Und bereits im Juni dieses Jahres soll ein Pilotprojekt "Multifunktioneller Nahversorger", an dem derzeit die BÜRGES, das WIFI und die Bundessektion arbeiten, startbereit sein und der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

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