Technologische Innovation und Beschäftigung in der EU

Maderthaner: Beschäftigung in Europa ernsthaft behandeln EU liefert zwar Impulse, aber nicht die Lösung

Wien (PWK) - "Das Thema Beschäftigung muß in ganz Europa sowohl von der Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerseite ernsthaft und zentral behandelt werden", erklärte Wirtschaftskammerpräsident Leo Maderthaner in seinem Referat "Technologische Innovation; Globalisierung und Reorganisation der Arbeitswelt" in der Universität Wien im Rahmen der von der Internationalen Europäischen Bewegung veranstalteten Wiener Europa-Woche 97. ****

"Obwohl unser EU-Beitritt und der Internationalisierungsprozeß der Weltwirtschaft dazu geführt haben, daß einige Instrumente der österreichischen Wirtschaftspolitik weggefallen sind, warne ich vor dem Trugschluß, daß wir für unsere eigene wirtschaftliche Entwicklung nicht mehr zuständig wären. Selbstverständlich bleiben wir für unsere Volkswirtschaft und das soziale Gefüge im eigenen Land verantwortlich".

"Angesichts der Internationalisierung mit ihren Auswirkungen stehen wir vor fünf neuen Aufgaben, dem Entstehen der massiven Konkurrenz durch die osteuropäischen Reformstaaten, dem globalen Wettbewerb durch die Schaffung der WTO, dem notwendigen, durch den EU-Beitritt allerdings rasant beschleunigten Strukturwandel der österreichischen Wirtschaft und den massiven Währungsabwertungen wichtiger Handelspartner wie etwa Italien", kommentiert Maderthaner die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen. "Schließlich bewirkt die Anwendung neuer Informationstechnologien ein weiteres Zusammenwachsen der Wirtschaftsräume und einen zusätzlichen Wettbewerbsschub für unsere Wirtschaft."

Während sich die Arbeitskosten mit zunehmender Höhe zu Wettbewerbsnachteilen entwickeln, führen technologische Innovationen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. In diesem Zusammenhang betonte Maderthaner, daß die Anwendung neuer Technologien in der Regel die Produktivität steigert und den Bedarf an Arbeitskräften senkt, gleichzeitig jedoch eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit zur besseren Nutzung der Märkte und damit zu einer größeren Nachfrage nach Arbeitskräften führt. "Interessanterweise schneiden jene Branchen mit den größten technologischen Veränderungen beschäftigungsmäßig überdurchschnittlich gut ab", so Maderthaner.

"Wir, Arbeitnehmer- und Unternehmervertreter sollten daher die Veränderungen bisheriger Arbeitsverhältnisse und Entlohnungssysteme gemeinsam erörtern und Lösungen für neue partnerschaftliche Strukturen der Arbeitsorganisation suchen. Die Entkoppelung von Arbeitszeit und Arbeitsort machen völlig neue Formen der Zusammenarbeit, veränderte Entscheidungsstrukturen und Verantwortlichkeiten möglich, betonte der Wirtschaftskammerpräsident. "Von der Europäischen Union und unseren übrigen internationalen Wirtschaftspartnern können wir höchstens Impulse und Anregungen erwarten, nie aber globale Lösungen", so Maderthaner abschließend. (Schluß) pt

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK