Flughafen Wien AG: Positive Bilanzergebnisse für 1996 erwirtschaftet 8 Prozent Dividende + 8 Prozent Bonus

Wien (OTS) - Zuwächse in allen Verkehrsbereichen sowie respektable wirtschaftliche Ergebnisse konnten die Vorstände der Flughafen Wien AG, Komm.Rat Dr. Gerhard Kastelic und Dr. Franz Kotrba am 17. April 1997 anläßlich der Bilanzpressekonferenz in Wien der Öffentlichkeit präsentieren. Steigerungen in allen Verkehrsbereichen waren die Basis für einen ÖVFA-Gewinn der Flughafen Wien Gruppe von ÖS 602,7 Mio (-12,6 Prozent), ein ÖVFA-Cash Earning von ÖS 1.273,6 Mio und einen ÖVFA Cash-Flow von ÖS 1.170,5 Mio (-24,7 Prozent).

Damit hat die Flughafen Wien AG mit ihren sechs operativen Tochtergesellschaften auch 1996 ihre dynamische Entwicklung der vergangenen Jahre trotz schlechterer gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen im Berichtsjahr fortgesetzt. Zu dieser Entwicklung haben im wesentlichen die Zuwächse aller Verkehrsbereiche beigetragen, die im Durchschnitt auch deutlich höher als auf anderen europäischen Flughäfen ausfielen.

Zuwächse in allen Verkehrsbereichen

9.140.643 abgefertigte Passagiere bedeuteten gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 7 Prozent. Die Flugbewegungen im Linien- und Charterverkehr nahmen um 7,7 Prozent auf 154.912 An- und Abflüge (Bewegungen) zu. Das Maximum Take off Weight (MTOW) stieg um 8,6 Prozent. Der Durchschnitt des Höchstabfluggewichtes pro Flugzeug stieg von 57,4 to auf 57,9 to nur geringfügig an. Der Luftfrachtverkehr wuchs 1996 um bescheidene 2,1 Prozent auf 94.558 to. Der Gesamtfrachtumschlag inklusive Trucking betrug nahezu 130.000 to (+3,2 Prozent), wie Vorstandsdirektor Dr. Kastelic erklärte.

1996 flogen insgesamt 60 Linienfluggesellschaften den Flughafen Wien an. Besonders groß ist dabei der Anteil von Fluglinien aus den ehemaligen Commeconstaaten.

So wie in den Vorjahren führten auch 1996 die Austrian Airlines mit 3.170.870 beförderten Passagieren (+3,1 Prozent) unangefochten die Rangordnung der Fluglinien an. Es folgten Lauda Air (885.224 PAX, +21,7 Prozent), Lufthansa (704.418 PAX, +3,4 Prozent) und Tyrolean Airways (619.228 PAX, +18,9 Prozent).

Der Linienverkehr wuchs 1996 deutlich: mit 139.376 Bewegungen (+7,5 Prozent) betrug sein Anteil bei Starts und Landungen 90 Prozent, die Zahl der Passagiere stieg von 7,2 Mio auf 7,7 Mio (+6,8 Prozent), was einem Anteil von 83,7 Prozent entspricht. In diesem Zusammenhang ist allerdings anzumerken, daß wegen des weltweiten Verfalls der Ticketpreise ein großer Teil des Touristikverkehrs mit Linienflügen abgewickelt wird.

Die durchschnittliche Passagierauslastung im Linienverkehr sank von 54,9 Prozent auf 54,6 Prozent.

Der Charterverkehr am Flughafen Wien verzeichnete 1996 mit 15.536 Bewegungen einen Zuwachs um 10,2 Prozent. Das Passagieraufkommen stieg um 7,9 Prozent auf 1,5 Mio Passagiere. Insgesamt wurde der Flughafen Wien im Betrachtungszeitraum von 138 Chartergesellschaften angeflogen. Der Sitzladefaktor stieg in diesem Verkehrssegment von 71,4 Prozent auf 71,9 Prozent leicht an. Der Großteil des gesamten Charterpassagieraufkommens, nämlich 69,4 Prozent wurde von 5 Fluggesellschaften abgewickelt. Lauda Air, AAT, Centennial Airlines, Viva Air und Austrian Airlines. Die beliebtesten Ziele im Charterverkehr waren 1996 Spanien, Griechenland und die Türkei.

1996 wurden am Vienna International Airport 75 Prozent des gesamtösterreichischen Passagieraufkommens abgewickelt, womit der Anteil um marginale 0,3 Prozent anstieg. Im Bereich der Fracht stieg der Anteil Wiens um 0,2 Prozent auf 92,8 Prozent des gesamten österreichischen Luftfrachtaufkommens.

Leicht sinkende Erträge bei steigenden Umsätzen

Die Ertragslage hat sich 1996 erstmals nach Jahren ständigen Anstiegs durch das Zusammentreffen mehrerer Sonderfaktoren gegenüber dem Vorjahr verschlechtert.

1996 mußten Maßnahmen gesetzt werden, welche die Erträge im Berichtsjahr schmälerten, die aber zur langfristigen Absicherung künftiger Erträge notwendig waren. Es handelte sich dabei um Incentives an alle Luftverkehrsgesellschaften, allen voran unsere wichtigsten Großkunden, die am Ausbau Wiens zum internationalen Hub interessiert sind, um diese langfristig an den Vienna International Airport zu binden. Damit wird eine wesentliche Festigung der Position des Flughafens als Transferflughafen erreicht, was in diesem Verkehrssegment über dem europäischen Durchnitt liegende Zuwachsraten garantieren soll. Trotz der genannten Verkehrssteigerungen im Ausmaß von 7 Prozent bei den Passagieren, 7,7 Prozent bei den Bewegungen und 8,6 Prozent beim MTOW, haben sich daher die Umsätze des des Aviation Bereiches nur um 2,9 Prozent auf ÖS 2.763 Mio erhöht (69,6 Prozent am Gesamtumsatz). Daß die Mengenzuwächse nicht voll auf die Umsätze durchschlugen, ist auf die mit 1. Jänner 1996 erfolgten Tarifabsenkungen im Ausmaß von 1,2 bis 2,98 Prozent sowie auf die Gewährung dieser Incentives zurückzuführen. Die Betriebsleistung der Flughafen Wien Gruppe stieg gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Prozent auf ÖS 4.101 Mio an, wie Vorstandsdirektor Dr. Kotrba in seiner Präsentation der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens feststellte.

Der Non-Aviation-Umsatz (Einnahmen aus Mieten, Konzessionen oder Leistungen der Betriebe) hat sich um 9,3 Prozent auf ÖS 1.208,4 Mio erhöht. Anteil am Gesamtumsatz 30,4 Prozent.

Die Steigerungen der Betriebsaufwendungen im Ausmaß von 9,9 Prozent auf 3.377 Mio sind auf mehrere Faktoren wie den erhöhten Bedarf an Enteisungsmitteln und Energieaufwand durch den strengen Winter sowie auf Inbetriebnahme des Pier West zurückzuführen.

Zur Bewältigung des Verkehrsanstieges und durch den Betrieb des Pier West wurde der Personalstand um 8,6 Prozent bzw. 189 Mitarbeiter (besonders in der Tochtergesellschaft VIAS) aufgestockt. Trotzdem stiegen die Personalaufwendungen lediglich um 4,9 Prozent auf öS 1.599 Mio an.

Die unterschiedliche Entwicklung der Betriebsleistung und der Betriebsaufwendungen führte zu einem Rückgang des Betriebserfolges um öS 97 Mio auf öS 724 Mio.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) beträgt für 1996 öS 885 Mio und liegt damit nur um 8 Prozent unter dem bisher erfolgreichsten Jahr 1995.

Da die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag nur geringfügig unter den Werten des Vorjahres lagen, ergab sich ein Rückgang des Jahresüberschusses um öS 75 Mio auf öS 602 Mio.

Nach Zuweisung zu Gewinnrücklagen in der Höhe von öS 278 Mio und unter Einschluß des Gewinnvortrages von öS 12 Mio ergibt sich ein Bilanzgewinn der Flughafen Wien Gruppe von öS 336 Mio.

Die Flughafen Wien AG erzielte einen Bilanzgewinn von öS 337 Mio aus dem die Dividendenausschüttung von 8 Prozent zuzüglich eines Bonus von 8 Prozent ermöglicht wird. Die hohe Ausschüttungsquote von 16 Prozent soll auch ein positives Signal für die Wiener Börse sein. Die finanzielle Situation der Unternehmen stellt sich weiterhin ausgezeichnet dar:

Die Bilanzsumme erhöhte sich um öS 280 Mio auf beinahe öS 10 Mrd. Sämtliche Investitionen konnten aus dem Cash-Flow gedeckt werden. Insgesamt gab es einen Aufbau der liquiden Mittel um öS 110 Mio auf öS 2,3 Mrd.

Entwicklung 1997 und Ausblick

Die Verkehrsentwicklung in den ersten Monaten 1997 zeigte bei den Bewegungen und im MTOW-Aufkommen einen leichten Rückgang, während sich das Passagieraufkommen zunehmend positiv entwickelte. "Wir sind überzeugt, die für 1997 angepeilte Passagierzahl von knapp 10 Mio zu erreichen" meinten beide Vorstände recht optimistisch.

Die ab 1.7.1997 erforderliche Trennung in Schengen- und Nicht-Schengen Passagiere stellt für den Vienna International Airport eine erhebliche finanzielle und organisatorische Belastung dar. Es gilt vor allem, die international herausragend kurze "Minimum Connecting Time" von 30 Minuten für Transferpassagiere durch die notwendigen baulichen und organisatorischen Maßnahmen nicht zu verschlechtern.

Der "Masterplan 2015" wird 1997 fertiggestellt. Er wird die Grundlagen für die weitere Entwicklung des Flughafens Wien auch in Richtung eines intermodalen Wirtschaftszentrums liefern. Das Pistensystem 11/29 wird 1997 um 500 Meter nach Westen verlängert werden, um damit auch den durch den AUA/Lauda Zusammenschluß erhöhten Kapazitätsanforderungen in den Spitzenstunden gerecht zu werden.

Die Flughafen Wien AG ist daran interessiert, sich auch auf ausländischen Märkten zu engagieren und so ihre Geschäftsbasis zu erweitern. Wir hoffen, neben den geplanten Beteiligungen an internationalen Projekten unter anderem die erfolgreiche Umsetzung der Schaffung eines gemeinsamen Airportsystems des zentralen Donauraumes gemeinsam mit dem Flughafen Bratislava in Angriff nehmen zu können.

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