"Euro"-Referenten: Salzburger Nachrichten-Artikel irreführend

Vorwurf der "Täuschung" absurd

Wien - (OTS) Zu den Medienberichten im Zusammenhang mit den "Euro"-Referenten der Europäischen Kommission nimmt der Leiter
der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, Dr. Wolfgang Streitenberger, wie folgt Stellung:

An die Kommission werden von Veranstaltern von Podiumsdiskussionen, Vorträgen, etc. immer mehr Anfragen um Entsendung von "Euro"-spezialisierten Beamten gerichtet. Da
ihre eigenen personellen Kapazitäten nicht ausreichen, hat die Europäische Kommission in Abstimmung mit dem Europäischen Parlament in der gesamten Europäischen Union "Euro"-Experten angesprochen, um Mitglieder eines "Euro"-Referententeams zu werden. 250 Persönlichkeiten haben sich am 16. Juli 1996 in Brüssel zusammengefunden und auch die Vertragsbedingungen ihres Referatseinsatzes diskutiert. Die existierenden Vertragsbedingungen sind das Resultat dieser damaligen Diskussionen. 170 Experten haben diese dann unterschrieben, 80 konnten sich damit nicht einverstanden erklären und haben dies nicht getan. Selbstverständlich war und ist es die freie Entscheidung jedes Experten, "Euro"-Referententeam-Mitglied zu werden und zu bleiben oder nicht.

Entgegen den Behauptungen der "Salzburger Nachrichten" werden die Zuhörer auf jenen Veranstaltungen, bei denen ein "Euro"-Referent der Europäischen Kommission auftritt, nicht darüber im Unklaren gelassen, daß dieser ein Mitglied dieses Teams ist. Ganz im Gegenteil: sowohl der Veranstalter als auch der Referent sind verpflichtet, wenn sie im Auftrag der Kommission auf einer Veranstaltung über den "Euro" reden, dieses dem Publikum klar und deutlich bekannt zu machen.

Selbstverständlich haben sich die Referenten nur verpflichtet, den Kommissions-Standpunkt zum "Euro" zu vertreten, wenn sie im Auftrag der Kommission auf einer Veranstaltung über den "Euro" referieren. Bei allen anderen Gelegenheiten gilt diese Verpflichtung natürlich nicht.

Die "Salzburger Nachrichten" haben die Medienberichterstattung durch eine unvollständige Wiedergabe der Verpflichtung der "Euro"-Referenten ausgelöst. Das vollständige Zitat lautet, übersetzt: "Die Mitglieder des "Euro"-Referenten-Teams enthalten sich insbesondere jeder persönlichen oder subjektiven Interpretation der Informationen, die ihnen von der Kommission zur Verfügung gestellt worden sind. Sie können sich während eines Teiles ihres Vortrages als 'Privatperson' artikulieren unter der Voraussetzung, daß sie dies ausdrücklich erwähnen und (auch dabei) keine Gesichtspunkte ausdrücken, die im Gegensatz zu jenen der Kommission stehen."

Durch die "Halbwiedergabe" dieses Zitates durch die "Salzburger Nachrichten" wurde der absolut falsche Eindruck erweckt, daß die "Euro"-Referenten, wenn sie im Auftrag der Kommission vortragen, als Privatpersonen auftreten und trotzdem die Kommissionsmeinung artikulieren sollen! Allein deshalb ist der Vorwurf, die EU-Kommission wolle die Öffentlichkeit "täuschen", völlig absurd.

Die Kommission will bei der Verpflichtung ihrer "Euro"-Referenten, den Kommissions-Standpunkt zu artikulieren, ausschließlich vermeiden, daß in der Öffentlichkeit Verunsicherung darüber entsteht, wie exakt der Kommissions-Standpunkt lautet. Überdies richten Veranstalter von Podiumsdiskussionen, Vorträgen, etc. eine Anfrage um Entsendung eines Experten an die Kommission ausschließlich deshalb, weil sie auf dieser Veranstaltung jemanden hören wollen, der den Kommissions-Standpunkt artikuliert. Bei solchen Veranstaltungen sind in der Regel auch die Repräsentanten anderer Standpunkte zu hören.

Abschließend sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Referenten des "Euro"-Teams nicht durch die Lande ziehen und Propaganda machen, sondern nur auf Anfrage von Veranstaltern entsandt werden, um Information über den Kommissions-Standpunkt zu verbreiten.

Weitere Informationen: Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, Pressesprecher Mag. Anton Leicht, Tel.: 516 18-312.

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DEG/OTS