• 16.04.1997, 12:25:08
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Vorausmeldung zu News Nr. 16/17.4.1997 Bani Sadr: Heftige Kritik an Österreichs Politikern Der ehemalige iranische Präsident: "Die Mykonos-Opfer könnten noch leben."

Wien (OTS) - In einem Exklusiv-Interview mit dem morgen
erscheinenden Nachrichtenmagazin News übt der ehemalige iranische
Staatspräsident Bani Sadr heftige Kritik an Österreichs Behörden und
Politikern wegen ihrer Rolle bei der Aufklärung der Kurdenmorde 1989
in Wien. Bekanntlich hatten die Berliner Richter die Morde von '89
als Vorbild für das Mykonos-Massaker bezeichnet. Bani Sadr:
"Österreich hat sich der Erpressung gebeugt und die Täter laufen
lassen, obwohl deren Verbindungen zum iranischen Staat offensichtlich
waren. Hätte Wien so entschlossen reagiert wie Berlin, die vier Toten
von Mykonos könnten noch leben. Die moralische Mitverantwortung für
ihren Tod tragen Österreichs Politiker. Wien war Vorbild für das
Mykonos-Attentat. Das ist die tragische Wahrheit." Bani Sadr gibt
Österreich den Rat, das Verfahren neu aufzurollen: "Wenn Österreich
seine moralische Integrität wiederherstellen will, muß die Wahrheit
ans Licht. Das ist Wien seinen Hinterbliebenen schuldig, selbst wenn
die Täter heute nicht mehr gefaßt werden können."

Die Beziehungen des Westens zum Iran seien prinzipiell zu
überdenken: "Man darf nicht den Fehler machen, die Beziehungen
einfach wieder aufzunehmen, wenn sich die Aufregung um das
Mykonos-Urteil gelegt hat. Der kritische Dialog hat nie existiert. In
Wirklichkeit betrieb die EU Geheimpolitik mit einem kriminellen
Regime."

Rückfragehinweis: News
Tel.: 213 12-101

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS

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