Renaturierungsprogramm in der Regelsbrunner Au geht zügig voran

Wien (OTS) - Das erste Drittel eines europaweit bedeutenden Renaturierungsprojektes ist abgeschlossen: Der Uferdamm der Donau bei Haslau wurde geöffnet und die Regelsbrunner Au geflutet. An drei Stellen dringt wieder frisches Donauwasser in die Au. Der WWF, die Wasserstraßendirektion (WSD) und die Nationalparkgesellschaft hoffen durch diese Maßnahme neues Leben in die Au zu bringen: Der Verlandungsprozeß wird gestoppt, der Artenreichtum nimmt wieder zu.

Frisches Donauwasser gelangte bis jetzt nur an rund 20 Tagen im Jahr in die Au - zurückgehalten von Treppelwegen und Traversen, die vor etwa 100 Jahren im Zuge der Donauregulierung errichtet wurden. Die Folgen waren:

Starke Verlandung der Gewässer Rückgang von Pionierflächen wie Schotterbänken und Steilufern Isolation der Gewässer und erschwerte Wanderung der Fische.

Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, werden im Rahmen eines europaweit einzigartigen Projekts der Treppelweg geöffnet und sechs Traversen wasserdurchläßig gemacht.

Bei zweien davon sind die Arbeiten bereits abgeschlossen, bei der Mitterhaufentraverse sind sie im Gang. Auch bei den Treppelwegen sind drei Durchlässe fertiggestellt, ausständig ist jetzt noch die streckenweise Absenkung. "Dadurch gelangt mehr Wasser in die Au und es entstehen neue Schotterbänke und Steilwände. So finden typische Auvögel, wie zum Beispiel der Eisvogel, neue Brutplätze", sagt DI Ulrich Eichelmann vom WWF. Aber auch der Lebensraum, und damit die Überlebenschance für viele Fischarten, wie des vom Aussterben bedrohten Donaubarsches Streber, wird durch die Vernetzung enorm vergrößert.

Durch diese Maßnahmen, die vom Wirtschaftsministerium finanziert wurden, wird sich die Gewässerdynamik in den Altarmen an 220 Tagen im Jahr deutlich erhöhen. "Ich freue mich, an diesem Pilotprojekt mitzuwirken. Damit ist ein erster großer Schritt zur Renaturierung der Donau-Auen östlich von Wien getan", sagt DI Johann Nemetz, Baudirektor der WSD, und Projektleiter der Altarmöffnung.

Dem schließt sich auch Nationalparkdirektor Mag. Carl Manzano an: "Mit dem Nationalpark haben wir die Chance, der Natur das wieder zurückzugeben, was ihr der Mensch in der Vergangenheit zuviel abgerungen hat. Das Projekt Haslau - Regelsbrunn ist dafür ein erster bedeutender Schritt. Die nächste Gewässervernetzung ist in Orth an der Donau geplant."

"Für mich ist mit diesem Projekt einer meiner größten Wünsche in Erfüllung gegangen. Vorbildlich war auch die Zusammenarbeit von Naturschutz, Wasserbau und Wissenschaft. Aber auch den Österreichischen Lotterien, die dieses Projekt gefördert haben, gilt mein Dank", sagt Eichelmann.

Über das Gesamtprojekt der Gewässervernetzung haben WWF, WSD und Nationalparkgesellschaft die Broschüre "Donau - Die Rückkehr" herausgebracht. Sie kann zum Preis von 30 Schilling bei einer dieser drei Institutionen bestellt werden.

Rückfragen & Kontakt:

WWF, DI Ulrich Eichelmann,
Markus Grieshofer,
Tel: 01/4891641-32
WSD, Baudirektor Johann Nemetz,
Tel: 7180990-400
Nationalpark Donau-Auen,
Tel: 4080798-0

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