AGR - Ausgleich bringt Entsorger in Schwierigkeiten

Stellungnahme des VÖEB (Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe) zum Ausgleich der AGR

Wien (OTS) - Nachdem die AGR GmbH - die Gesellschaft zur Sammlung und Verwertung von Altglas in Österreich - den Ausgleich angemeldet hat, wird dies bei einigen Entsorgungsbetrieben zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten führen und weitere Arbeitsplätze gefährden, so der Erstkommentar des VÖEB.

Der VÖEB als Interessensvertretung von mehr als 200 Entsorgungsbetrieben in Österreich führt aus, daß seit fast zwei Jahrzehnten die Altglassammlung österreichweit ordnungsgemäß durchgeführt wurde und wird.

Das eingeleitete Ausgleichsverfahren ist vor allem darauf zurückzuführen, daß in den ersten 9 Monaten nach Inkrafttreten der Verpackungsverordnung mit 1.10.1993 mehr als öS 50 Mill. Verlust in der AGR GmbH entstanden sind. Dies aufgrund der Tatsache, daß in diesem Zeitraum der Lizenzbeitrag unrealistisch niedrig, und zwar nur mit öS 0,78 kg in Verkehr gesetztes Glas lizenziert wurde. Damit hat die in Verkehr setzende Wirtschaft - somit die Verpflichteten gemäß Verpackungsverordnung - zumindest öS 50 Mill. eingespart, dies jedoch zu Lasten der Entsorgungsbetriebe und Gebietskörperschaften, die Hauptgläubiger der AGR GmbH sind. Mit diesem finanziellen Schaden aus dem AGR-Ausgleich werden etliche Entsorgungsbetriebe massive wirtschaftliche Probleme bekommen.

Der VÖEB hält weiter fest, daß ein krasses Mißverhältnis von Lizenzeinnahmen und tatsächlich in Verkehr gesetzen Glasmengen zu einer wesentlichen Verschlechterung des Ergebnisses dieser Branchengesellschaft geführt haben. Aufgrund ineffizienter Kontrollmechanismen, die auch in der neuen Verpackungsverordnung, in Kraft ab 1.12.1996, nicht ausgeräumt wurden, scheint dieses Problem der Trittbrettfahrer prolongiert zu sein.

Die österreichischen Entsorgungsbetriebe waren immer bemüht, über ihre Interessensvertretungen bei Sanierungsmaßnahmen mitzuwirken und sehen den Schritt der AGR-Geschäftsführung hinsichtlich der Anmeldung des Ausgleichsverfahrens mit Bedauern, garantieren jedoch, daß auch weiterhin, wenn auch zu geänderten Rahmenbedingungen, die Altglassammlung in Österreich durchgeführt wird.

Wesentlich dabei wird jedoch auch sein, daß sich die maßgeblich Verpflichteten gemäß der Verpackungsverordnung und auch die österreichische Glasindustrie zum Sekundärrohstoff "Altglas" offensiv bekennen und die notwendigen Sanierungsmaßnahmen mittragen.

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