- 16.04.1997, 09:44:50
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Österreichs Exporteure nützen Wirtschaftsaufschwung in Polen
Chancen für Kfz-Zulieferer durch neue Automobilwerke - 1998: Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen
Wien (PWK) - Der nun schon seit Jahren anhaltende
Wirtschaftsaufschwung in Polen macht das Land zu einem attraktiven
Handels- und Wirtschaftspartner, stellt Österreichs
Handelsdelegierter in Warschau, Kurt Müllauer, fest. 1996 wuchs die
polnische Wirtschaft um sechs Prozent, Investitionen und privater
Konsum expandierten kräftig. Positiv entwickelt sich auch der
österreichisch-polnische Außenhandel. 1996 stiegen die
österreichischen Exporte um 16 Prozent auf neun Mrd. S an, die
Importe nahmen um vier Prozent zu und erreichten sieben Mrd. S.
Wichtigste österreichische Ausfuhrwaren sind Maschinen,elektronische
Geräte, Papier und Pappe, chemische Produkte. ****
Österreichs Importe aus Polen bestehen zu einem Drittel aus
Energieträgern (Kohle, Strom) sowie aus nichtedlen Metallen (Kupfer)
und Maschinen.
Das Interesse der österreichischen Exporteure und Investoren am
polnischen Markt hat in den letzten Jahren stark zugenommen, bemerkt
Müllauer. Derzeit sind mehr als 1.000 heimische Firmen in Polen
tätig, mehr als 600 verfügen über eigene Niederlassungen oder sind in
Joint Ventures engagiert. Seit 1990 hat Österreich in Polen
Investitionen von insgesamt rund vier Mrd. S getätigt. Am stärksten
vertreten ist die Bauwirtschaft. Auch der Bankensektor ist mit 13
Filialen sehr aktiv.
Österreichs Industrie-Präsenz in Polen sollte allerdings größer
sein, "um das Potential dieses dynamischen, 38 Mio Einwohner
zählenden Marktes besser zu nützen", meint Müllauer. Aussichtsreiche
Branchen sind Maschinenbau, Holzverarbeitung, Kunststoffe, Chemie,
Umweltschutz.
Interessante Möglichkeiten werden sich schon bald für Kfz-
Zulieferer (sowohl Exporteure als auch Investoren) ergeben, rechnet
Müllauer. 1998 nimmt der koreanische Daewoo-Konzern ein neues
Automobilwerk in Polen in Betrieb, im selben Jahr beginnen die
Opelwerke mit dem Bau einer Fabrik. (Mit dem Bau der Opel-Fabrik
wurde eine österreichische Firma beauftragt).
Die Wirtschaftskammer Österreich unterstützt die heimischen Firmen
bei der Bearbeitung des polnischen Marktes. Erst kürzlich ist eine
auf Umweltprodukte spezialisierte Wirtschaftsmission erfolgreich aus
Warschau zurückgekehrt. Das Wirtschaftsförderungsinstitut organisiert
Gruppenausstellungen an wichtigen polnischen Fachmessen wie der
Internationalen Messe Posen, der Agrarmesse Polagra, der Umweltmesse
Poleko (beide Posen) und der Bergbaumesse Katowice.
Polen, das 1994 ein Europaabkommen abgeschlossen hat, wird Anfang
1998 die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union aufnehmen.
Bei einem optimalen Zeitablauf kann mit einem frühesten
Beitrittstermin im Jahr 2004 gerechnet werden. Polen wickelt zwei
Drittel des gesamten Außenhandels mit der EU ab, wobei Deutschland
allein genommen der weitaus größte Handelspartner ist.
(Schluß) RL
Rückfragehinweis: Dr. Wolfgang Harwalik
WKÖ, AW-Abteilung
Tel. 50105/4442
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