Österreichs Exporteure nützen Wirtschaftsaufschwung in Polen

Chancen für Kfz-Zulieferer durch neue Automobilwerke - 1998: Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen

Wien (PWK) - Der nun schon seit Jahren anhaltende Wirtschaftsaufschwung in Polen macht das Land zu einem attraktiven Handels- und Wirtschaftspartner, stellt Österreichs Handelsdelegierter in Warschau, Kurt Müllauer, fest. 1996 wuchs die polnische Wirtschaft um sechs Prozent, Investitionen und privater Konsum expandierten kräftig. Positiv entwickelt sich auch der österreichisch-polnische Außenhandel. 1996 stiegen die österreichischen Exporte um 16 Prozent auf neun Mrd. S an, die Importe nahmen um vier Prozent zu und erreichten sieben Mrd. S. Wichtigste österreichische Ausfuhrwaren sind Maschinen,elektronische Geräte, Papier und Pappe, chemische Produkte. ****

Österreichs Importe aus Polen bestehen zu einem Drittel aus Energieträgern (Kohle, Strom) sowie aus nichtedlen Metallen (Kupfer) und Maschinen.

Das Interesse der österreichischen Exporteure und Investoren am polnischen Markt hat in den letzten Jahren stark zugenommen, bemerkt Müllauer. Derzeit sind mehr als 1.000 heimische Firmen in Polen tätig, mehr als 600 verfügen über eigene Niederlassungen oder sind in Joint Ventures engagiert. Seit 1990 hat Österreich in Polen Investitionen von insgesamt rund vier Mrd. S getätigt. Am stärksten vertreten ist die Bauwirtschaft. Auch der Bankensektor ist mit 13 Filialen sehr aktiv.

Österreichs Industrie-Präsenz in Polen sollte allerdings größer sein, "um das Potential dieses dynamischen, 38 Mio Einwohner zählenden Marktes besser zu nützen", meint Müllauer. Aussichtsreiche Branchen sind Maschinenbau, Holzverarbeitung, Kunststoffe, Chemie, Umweltschutz.

Interessante Möglichkeiten werden sich schon bald für Kfz-Zulieferer (sowohl Exporteure als auch Investoren) ergeben, rechnet Müllauer. 1998 nimmt der koreanische Daewoo-Konzern ein neues Automobilwerk in Polen in Betrieb, im selben Jahr beginnen die Opelwerke mit dem Bau einer Fabrik. (Mit dem Bau der Opel-Fabrik wurde eine österreichische Firma beauftragt).

Die Wirtschaftskammer Österreich unterstützt die heimischen Firmen bei der Bearbeitung des polnischen Marktes. Erst kürzlich ist eine auf Umweltprodukte spezialisierte Wirtschaftsmission erfolgreich aus Warschau zurückgekehrt. Das Wirtschaftsförderungsinstitut organisiert Gruppenausstellungen an wichtigen polnischen Fachmessen wie der Internationalen Messe Posen, der Agrarmesse Polagra, der Umweltmesse Poleko (beide Posen) und der Bergbaumesse Katowice.

Rückfragen & Kontakt:

WKÖ, AW-Abteilung
Tel. 50105/4442

Dr. Wolfgang Harwalik

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK