Österreichische Akademie der Wissenschaften sagt Wissenschaftsausstellung ab Budgetkürzungen und Ausfall zugesagter Subventionen lassen grossangelegtes Ausstellungsprojekt platzen

Wien (OTS) - Die Österreichische Akademie der Wissenschaften
(ÖAW) sieht sich gezwungen, die aus Anlass ihres 150jährigen Bestehens für den Herbst dieses Jahres geplante grosse Wissenschaftsausstellung abzusagen. Die gravierenden Budgetkürzungen für das laufende Jahr und der Rücktritt des Wissenschaftsministeriums von der Zusage für eine projektbezogene ausserordentliche Subvention in den Jahren 1997 und 1998 haben die Akademie veranlasst, von dieser grossangelegten Präsentation österreichischer Forschungsleistungen der Gegenwart Abstand zu nehmen. Erschwerend ist in diesem Zusammenhang auch die geringe Bereitschaft der Länder, das Ausstellungsprojekt, an dem sie durch eine virtuelle Präsentation in den Landeshauptstädten teilhaben hätten können, zu unterstützen, sowie die kaum vorhandene Bereitschaft der Wirtschaft, das Projekt zu sponsern. Zu erwähnen ist ferner die fehlende Unterstützung durch das Aussenministerium, dem eine virtuelle Präsentation der Ausstellung in den Kulturinstituten angeboten worden war.

Unter dem Motto "Wissenschaft sichtbar und begreifbar machen" hatte die OEAW eine breitgefächerte Wissenschaftspräsentation vorgesehen, die sowohl Forschungsleistungen der Akademie als auch -zu einem grösseren Teil - Forschungsleistungen österreichischer Universitäten und anderer Wissenschaftseinrichtungen, zum Teil in Kooperation mit Wirtschaft und Industrie, hätten darstellen sollen. "Die Ausstellung wäre ein wichtiger Impuls für die Präsentation von Wissenschaft und Forschung in der Öffentlichkeit gewesen. Mit der Absage sind die Bemühungen der letzten eineinhalb Jahre, dieses für Österreich und auch die Bundeshauptstadt erstmalige Projekt zu verwirklichen, zu einem grossen Teil zunichte gemacht", erklärt der Präsident der ÖAW, Prof. Werner Welzig.

Im Zuge der Vorarbeiten habe es überdies bedauerlicherweise massive Widerstände bei der Realisierung des baulichen Ausstellungskonzepts gegeben. Als Standort war die ,Alte Universitaetsaula" und der darüberliegende Jesuitentheatersaal im Haus Bäckerstrasse 20 im ersten Wiener Gemeindebezirk vorgesehen. Mit der Errichtung einer selbsttragenden Spiralkonstruktion, einem markanten architektonischen Objekt, auf dem Dr. Ignaz Seipel-Platz war die Einbeziehung des Platzes in das Gesamtkonzept, das Wissenschaft und Kunst vereinigen sollte, geplant. Gegen letztere, einen integralen Bestandteil der Ausstellung, hatte es permanenten Widerstand von seiten der Bezirkspolitiker gegeben.

Da die Ausstellung sich auch im Wiener Stadtbild eindrucksvoll hätte manifestieren sollen, ist eine gestalterische Sparvariante zwar diskutiert, aber dann doch verworfen worden. Die zu einem grossen Teil bereits fertiggestellte ,Virtuelle Ausstellung" und die archäologischen Ausgrabungen in der ,Alten Universitätsaula" werden zugaenglich gemacht werden. Die Reihe der geplanten Begleitveranstaltungen werden als selbständige "Wissenschaftliche Reihe" im Herbst stattfinden. Das als Katalog vorbereitete "LESEBUCH", das im ersten Teil einen Dialog zwischen Vertretern des öffentlichen Lebens und herausragenden Wissenschaftlern des Landes bietet, wird samt der Dokumentation des Ausstellungskonzepts zum geplanten Eröffnungstermin der Ausstellung am 18. September 1997 vorliegen.

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Marianne Baumgart
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit

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