LKW schleppt in jedem Fall PKW zu Road-Pricing mit

Einrichtungen für Road-Pricing-System würden erst bei Einbe- ziehung der PKW nennenswerte Mehrerlöse bringen

Wien (PWK) - Bei einer Enquete der Wirtschaftskammer Österreich
zum Road-Pricing wurden vom Wirtschaftsministerium die derzeitigen Überlegungen für ein Road-Pricing-System in Österreich dargelegt. Als einzig gerechtes und damit allgemein akzeptables Mautsystem auf Autobahnen und Schnellstraßen wurde dabei ein geschlossenes duales System bezeichnet. Es sieht an allen Auf- und Abfahrten sowohl Anlagen für eine vollelektronische Bemautung als auch Anlagen für eine manuelle Mautabfertigung vor. Der Anteil elektronisch bemauteter Fahrzeuge müßte 60 % betragen. ****

"Dieses einzige gerechte System beweist die absolute Unwirt-schaftlichkeit von Road-Pricing, solange nur Fahrzeuge über

3,5 t Gesamtgewicht bemautet werden," betont Roderich Regler, Leiter der Abteilung für Verkehrspolitik der Wirtschaftskammer Österreich. "Wenn nämlich leichte LKW mit öS 1,50 pro km und schwere LKW mit öS 2,00 pro km belastet werden, sind 4,4 Milliarden Schilling an jährlichen Einnahmen zu erwarten. Die jährlichen Kosten unter Einbeziehung der Abschreibungen machen jedoch 61 % aus. Weil zugleich die Einnahmen aus der Straßenbenützungsabgabe und aus den Vignetten der LKW unter 12 t wegfallen, ergibt sich ein maximaler jährlicher Ertrag von 750 Millionen Schilling. Das wiederum bedeutet, daß ein Road-Pricing-System erst durch die Einbeziehung aller PKW rentabel würde," erklärt Roderich Regler.

"Angesichts der Schwierigkeiten bei der Einführung der Maut-Vignette wäre es völlig unverständlich, für LKW ein kompliziertes neues Bemautungssystem einzuführen, das kaum einen Mehrertrag bringt," betont Harald Bollmann, Obmann der Bundessektion Verkehr. "Dem hohen Mehraufwand für die Transporteure würden nahezu keine zusätzlichen Mittel für den Straßenbau gegenüber stehen, weshalb von der geplanten Road-Pricing-Einführung für LKW im Jahr 1998 Abstand genommen werden muß."

"Selbst bei konsequenter Weiterentwicklung des geplanten generellen Mautsystems ist eine Realisierung vor dem Jahr 2000 oder 2001 nicht möglich," erklärt Roderich Regler weiters. "Aus diesem Grund sollte die gesamteuropäische Entwicklung abgewartet werden."

Besonders nachdrücklich sprachen sich bei der Wirtschaftskammer-Enquete auch die Vertreter des Tourismus, der Verladerschaft und des Handels gegen ein Road-Pricing aus. Die zusätzliche LKW-Besteuerung hätte gravierende Auswirkungen auf die österreichischen Exporte, aber auch auf den innerösterreichischen Warenaustausch. Die Einheitlichkeit des österreichischen Wirtschaftsgebietes wäre schwer gefährdet. Eine fahrleistungsabhängige PKW-Bemautung würde wieder schwere Nachteile für den Tourismus, die Handelsvertreter und die kleinen Gewerbebetriebe bringen.

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Dipl.-Ing. Roderich Regler
Tel: 50105/DW 4000Abteilung für Verkehrspolitik

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