Gastgewerbe: Keine Lohnerhöhung ohne bessere Rahmenbedingungen

Hinterleitner: "Gewerkschaft soll nicht so tun, als ob sie völlig überrascht wurde"

Wien (PWK) - "Das Gastgewerbe bleibt dabei: Keine Lohnerhöhung
ohne bessere Rahmenbedingungen für die Unternehmen", erklärte Helmut Hinterleitner, Vorsteher des Fachverbandes Gastronomie in einer ersten Stellungnahme zu einer Pressekonferenz der Gewerkschaft HGPD in Wien. Die Situation der Branche, so Hinterleitner, sei weiterhin ernst, die Nächtigungs- und Umsatzzahlen sind anhaltend rückläufig. Laut einer Nielsen-Studie gingen die Umsätze in der Gastronomie in den letzten 2 Jahren um 3,4% zurück. ****

Auch die vom Gewerkschaftsvorsitzenden Kaske zitierte WIFO Studie bestätige, daß sich die Branche derzeit in einer Talsohle befinde. Hinterleitner: "Da nützt es auch nichts, wenn überholte Prognosen des WIFO über ein angebliches Umsatzplus als Tatsache hingestellt werden. Schließlich hat das Wirtschaftsministerium vor kurzem das offizielle Ergebnis der Wintersaion 96/97 veröffentlicht. Und das weist ein Umsatzminus von 0,7% aus".

Hinterleitner kritisierte, daß die Gewerkschaft in den KV-Verhandlungen nicht bereit war, über die Verbesserung auch nur einer einzigen Rahmenbedingung zu reden. "Stattdessen malt man mit Begriffen wie Tagelöhner einen drohenden Sozialabbau an die Wand, was jeder Grundlage entbehrt", so Hinterleitner.

Besonders ärgerlich ist für Hinterleitner, daß die Gewerkschaft absolut unflexibel ist, wenn es darum geht, eine zeitgemäße Lohngestaltung für einzelne Berufsgruppen zu erreichen. "Seit Jahren wird bereits über ein alternatives Lohnsystem diskutiert. Die Gewerkschaft soll nicht so tun, als ob sie davon völlig überrascht wäre", so Hinterleitner. Seiner Meinung nach wäre es durchaus möglich, in den nächsten Wochen eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Hans Melcher, Vorsteher des Fachverbandes der Hotellerie, kritisiert das Festhalten der Gewerkschaft an der KV-Bestimmung, bei Teilzeitbeschäftigung in jedem Fall mindestens vier Stunden bezahlen zu müssen. "Anscheinend soll jeder Handgriff sozialversichert werden. Das entspricht auch nicht dem ASVG", so Melcher. Damit werde nur verhindert, daß weitere Arbeitsplätze im Gastgewerbe geschaffen werden.

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