Duty-Free-Shops: Wirtschaft gegen Dumping-Steuersysteme

Wirtschaft fordert Einhaltung nationaler und internationaler Regeln

Wien (PWK) - "Die Inhalte der Unterschriftenaktion für den
"Einkauf bei Nachbarn" sind volkswirtschaftlich kontraproduktiv", kritisiert Werner Teufelsbauer, Leiter der Wirtschaftpolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich, die Forderungen einer Konsumenten-Initiative des Inhabers der Duty-Free-Shops am Grenzübergang Klein Haugsdorf. ****

"Es ist durchaus verständlich, daß die Konsumenten versuchen, zu -für sie - möglichst günstigen Bedingungen einzukaufen", so Teufelsbauer. Es liegt jedoch auch im Interesse der österreichischen Wirtschaft, die Konsumenten mit möglichst billigen Produkten versorgen zu können, um den eigenen Absatz zu steigern.

Die bei einem Einkauf in Österreich anfallenden indirekten Steuern dienen neben den sonstigen Steuereinnahmen dazu, die zahlreichen in Österreich angebotenen staatlichen Leistungen zu finanzieren. "Wer fordert, daß Steuern vermieden werden sollen - nicht zuletzt durch Einkauf im Ausland - soll gleichzeitig erklären, auf welche staatlichen Leistungen er verzichten möchte", fordert Teufelsbauer. Es wäre ja nicht fair, daß eine kleine Gruppe ihren Beitrag zum Gesamtsystem vermeidet, aber durch die, von den übrigen Österreichern finanzierten, Transferleistungen profitiert. In der EU wird diesem Gedanken dadurch Rechnung getragen, daß bei den indirekten Steuern durch Vorgabe von Mindestsätzen und Bandbreiten ein relativ einheitliches Preisniveau erzielt wird. Kaufen über der Grenze hat daher dort nicht die gleichen negativen Auswirkungen für das Wohlstandsniveau der einzelnen Staaten, wie im Falle Ostösterreichs, wo unfairer Wettbewerb durch Dumping-Steuersysteme vorliegt.

Darüber hinaus stehen die besonders beliebten Duty-Free-Shops im Osten mit einer Reihe internationaler Regeln im Konflikt. Dies wurde zuletzt auch von der EU-Kommission aufgegriffen, die dieses Problem in nächster Zeit vor dem Hintergrund der notwendigen Konvergenz dieser Länder im Hinblick auf den Beitritt zur EU prüfen wird.

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