Duty-Free-Shops an den Ostgrenzen gefährden Arbeitsplätze

Einkauf im Ausland setzt vergleichbare Wettbewerbsbedingungen voraus

Wien (PWK) - Als volkswirtschaftlich bedenklich kritisiert die Bundessektion Handel in der Wirtschaftskammer Österreich die Forderungen einer Unterschriftenaktion für den "Einkauf bei Nachbarn". ****

"Ich kann zwar verstehen, daß der Initiator dieser Aktion seine persönlichen wirtschaftlichen Interessen als Betreiber des Duty-Free-Shops in Klein Haugsdorf mit Nachdruck verfolgt", erklärt Erich Lemler, Obmann der Bundessektion Handel.

"Man darf aber nicht übersehen, daß eine weitere starke Zunahme der Auslandseinkäufe eine massive Gefährdung der Nahversorgung in den Grenzregionen und den Verlust von Arbeitsplätzen im Handel zur Folge haben muß". Einmal mehr müsse darauf hingewiesen werden, daß es sich an den Ostgrenzen um einen Wettbewerb mit völlig ungleichen Voraussetzungen handelt, weil Österreich als Mitglied der EU Mindestsätze bei den Verbrauchssteuern einhalten muß und die Betriebe auch bei den sonstigen Steuern, insbesondere der Umsatzsteuer, sowie bei den Sozialabgaben ganz andere Voraussetzungen haben als sie in den östlichen Nachbarstaaten gegeben sind.

"Es ist viel zuwenig bekannt", erklärt Lemler, "daß Duty-Free-Shops laut einer Empfehlung der Weltzollorganisation in Brüssel, der auch die östlichen Nachbarstaaten angehören, nur in See- oder Flughäfen betrieben werden dürfen. In der EU werden die Duty-Free-Shops sogar in diesen Fällen zur Jahresmitte 1999 abgeschafft, weil sie den Wettbewerb verfälschen".

"Von Ländern, deren erklärtes Ziel es ist, der EU beizutreten, dürfte wohl erwartet werden, daß sie sich schon im Vorfeld ihres Beitritts an die Rahmenbedingungen angleichen, denen sie als Mitgliedstaat der Union einmal unterworfen sein werden. Dies vor allem dann, wenn ein Mitgliedstaat der EU wie Österreich durch Praktiken, wie sie die Grenzshops darstellen, massiv geschädigt wird". Die Wirtschaftskammer Österreich fordert daher schon seit langem die Schließung der irregulären Duty-Free-Shops an den Ostgrenzen des Bundesgebiets und bringt diese Forderung neuerlich in Erinnerung.

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