"Frühlingsgift" Furadan ist endlich giftscheinpflichtig WWF begrüßt Entscheidung des Landwirtschaftsministeriums

Wien (OTS) - Das berühmt-berüchtigte Insektizid Furadan ist im Handel nicht mehr frei erhältlich. Damit hat das Landwirtschaftministerium die Forderung vom World Wild Fund For Nature (WWF), der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände und dem Institut für Parasitologie und Zoologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien endlich erfüllt. Ob die Giftscheinpflicht aber ausreicht, um das alljährliche Tiersterben zu beenden, ist fraglich.

Zumindest eingeschränkt wird der Verkauf von Furadan- Granulat durch die Entscheidung des Landwirtschaftsministeriums: Denn wer es in Zukunft erstehen will, muß einen Giftschein besitzen. Und damit auch Grundkenntnisse über die Gefährlichkeit dieses Insektizids.

Erst Anfang März wurde von WWF-Mitarbeitern im Marchfeld (NÖ) wieder ein toter Seeadler gefunden - eines von unzähligen Opfern des "Frühlingsgiftes".

Zu Beginn der warmen Jahreszeit wird Furadan in der Landwirtschaft großflächig ausgebracht. "Aber selbst bei widmungsgemäßer Anwendung tötet es Bodenorganismen und gelangt in die Nahrungskette", warnt Dr. Gerald Dick, Artenschutzexperte des WWF.

Nur ein Etappensieg

In diesem Sinne kann die Einführung der Giftscheinpflicht nur ein erster Schritt sein. "Wir freuen uns über den Etappensieg. Am Ende muß aber das strikte Verbot von Furadan stehen. Und dafür werden wir uns weiterhin einsetzen", so Dick. Denn: "Nur so kann das Tiersterben, das alljährlich pünktlich im Frühling einsetzt, ein Ende finden".

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