Der isolierte Präsident Vorausmeldung zu NEWS Nr.15/97 (10.4.1997)

Albaniens Sali Berisha im Interview

Wien (OTS) - Von seinem Volk isoliert, von der EU und der OSZE boykottiert - Albaniens Sali Berisha hat sich in seiner Residenz in Tirana eingebunkert. Aufgeben will er trotzdem nicht.

Im NEWS-Exklusiv-Interview sagte Sali Berisha: "Die Mehrheit der Menschen in diesem Land steht hinter mir. Ich bin ein demokratisch gewählter Präsident und werde so lange bleiben, bis das Volk mich nicht mehr will. Niemals, niemals werde ich mein Büro verlassen".

Über die internationale Schutztruppe, die ab kommenden Wochenende in Albanien ihre Arbeit aufnehmen wird, meinte er: "Die Präsenz der internationalen Truppen wird großen psychologischen Effekt auf die Menschen in meinem Land haben, mit ihrer Hilfe wird es gelingen, die öffentliche Ordnung wiederherzustellen."

Der Präsident glaubt nicht, daß die Albaner ihre Waffen gegen die Schutztruppen richten werden: "Die meisten haben sich doch nur bewaffnet, um sich vor den Räuberbanden zu schützen". Insgesamt sind in den vergangenen Wochen mehr als eine Million Kalaschnikows gestohlen worden. Diese Zahl bestätigt auch Berisha.

Als seinen größten Fehler bezeichnet der albanische Präsident, daß er nicht gegen die Pyramidenspiele eingeschritten ist: "Die Pyramidenspiele waren der negativste Aspekt unserer völlig liberalen Wirtschaftspolitik, sie führten zum Kollaps".

Hauptverantwortlich für den völligen Zusammenbruch der Ordnung in Albanien seien, laut Berisha, die Sozialisten: "Die Sozialisten haben das Land in diese Situation getrieben. Sie streuten Haß, agierten wie Banditen, schlossen sich vom politischen Leben in Albanien aus. Ihr Stil schuf die Intoleranz, die jetzt zur Explosion führte".

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