Leichter Anstieg der Papierproduktion 1996

1,5 Prozent Produktionssteigerung bei 10 Prozent Umsatzminus Strobl: Energiekosten sind in Österreich viel zu teuer

Wien (PWK) - "Rund 3,6 Millionen Tonnen Papier wurden 1996 in Österreich produziert, was ein Produktionsplus von 1,5 Prozent gegenüber 1995 bedeutet", berichtete heute, Dienstag, der Präsident der Vereinigung österreichischer Papierindustrieller, Robert Launsky-Tieffenthal. Gleichzeitig seien die Umsätze aber um 10 Prozent auf 35 Mrd Schilling gesunken, was aufzeigt, wie schwierig sich das vergangene Jahr wieder für die österreichische Papierindustrie mit seinen rund 10.000 Beschäftigten gestaltet hat. Kostensenkungsprogramme und besonders kostenbewußter Einkauf bei Rohstoffen seien daher weiterhin notwendig gewesen. ****

Dennoch war es möglich, annähernd die gleiche Menge Holz wie im Vorjahr einzusetzen und insbesondere das angefallene Katastrophenholz weitgehend abzunehmen. Sowohl beim Holz- als auch beim Altpapier-Einkauf konnte 1996 die Importquote gesenkt und vermehrt auf Inlandsbezüge zurückgegriffen werden. Das gesamte in Österreich gesammelte Altpapier wurde so stofflich verwertet.

Wie auch in anderen Bereichen der Wirtschaft kam es in der Papierindustrie im vergangenen Jahr zu weiteren Konzentrationsvorgängen, die allerdings nicht so dramatisch ausfielen, wie in so manchem Jahr davor, erklärte Launsky-Tieffenthal, aber der Trend setzte sich fort. Beispiele für diese Entwicklung seien vor allem die noch intensivere Zusammenarbeit von Steyrermühl mit Haindl, deren Beteiligung auf 78 Prozent aufgestockt wurde, die Aufstockung der Beteiligung von Mondi Minocro Paper an Frantschach von 44 auf 50 Prozent und andererseits auch Österreich als 'global player'.

Globalisierung biete auch gute Chancen, bei entsprechenden Investitionen und Know-how Kompetenzen, bestimmte Produkte in Österreich zu halten bzw. nach Österreich zu holen. Herausragendes Beispiel sei die 6,5 Mrd-Schilling-Investition von KNP Leykam für die Papiermaschine 11, die ab Herbst ihren Betrieb aufnehmen wird. "In Österreich wird damit die weltweit größte Produktionseinheit für gestrichene graphische Papiere beheimatet sein", freut sich Launsky-Tieffenthal.

Auch im Bereich der Ausbildung, der für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreichs von großer Bedeutung ist, tätigte die österreichische Papierindustrie eine gewaltige Investition. Rund 60 Millionen Schilling werden für den Ausbau der Papiermacherschule Steyrermühl zur Verfügung gestellt, der noch im heurigen Jahr abgeschlossen sein wird.

Launsky-Tieffenthal betonte, daß jede Investition der Papierindustrie im vergangenen Jahr unter dem Licht eines ständig steigenden Preisdruckes auf nahezu allen Produktlinien gesehen werden müsse. Erst ab dem Spätsommer kam es zu einer Verlangsamung dieser Entwicklung und im letzten Quartal in vielen Bereichen auch zum lange erhofften Stillstand, dem ein vorsichtiges Erholen folgte.

Der Kostendruck auf die Papierindustrie Österreichs sei nicht nur durch die hohen Kosten für Strom und Erdgas bedingt, auch die Energiesteuer trage mit rund 120 Millionen Schilling pro Jahr wesentlich dazu bei. "Gegenüber unseren Hauptkonkurrenzländern in Skandinavien beträgt die Mehrbelastung auf der Energiekostenseite insgesamt rund 900 Millionen Schilling pro Jahr", rechnete der Geschäftsführer der Frantschach International, Gernot Strobl, vor. "Und das bei einem Industriezweig wie der Papierindustrie, die mit über 80 Prozent Exportanteil besonders exponiert im internationalen Wettbewerb steht".

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Dr. Gerolf Ottawa

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