ÖAR: ÄRZTE-HAFTPFLICHT BUNDESWEIT REGELN!

Wien (OTS) - Gestern, Montag, wurde im Wiener AKH eine Enquete
über Patientenentschädigung ohne Nachweis des Verschuldens eines ärztlichen Kunstfehlers abgehalten. Eine derartige Regelung sei, so der Präsident der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (Dachorganisation der Behindertenverbände), Dr. Klaus Voget, in ganz Österreich längst überfällig.****

In der österreichischen Rechtsordnung gäbe es bereits Beispiele von Haftpflicht-Gesetzen für Bereiche, in denen ein grundsätzliches Gefahrenpotential besteht. So werden etwa im Eisenbahn-Kraftfahrzeug-Haftpflicht-Gesetz oder im Atom-Haftpflichtgesetz Schadenersatzansprüche geregelt, ohne dabei die Verschuldensfrage eindeutig abklären zu müssen.

Voget: "Der ärztliche Kunstfehler schreit geradezu nach einer derartigen Regelung. In der Medizin können Fehler nie absolut ausgeschlossen werden, wobei nicht immer einem einzelnen Arzt eine konkrete Schuld vorgeworfen werden kann."

Für einen Patienten, der mit den Folgen eines Kunstfehlers leben muß, sei der Nachweis des Verschuldens eines Arztes weder zumutbar noch machbar. Dennoch sei es nicht zu rechtfertigen, das bestehende Risiko ausschließlich beim Patienten zu belassen.

"Es ist begrüßenswert, wenn Wien nun eine Regelung finden will", so Voget. "Es ist aber mindestens ebenso bedauerlich, daß es keine Schritte zu einer bundeseinheitlichen Regelung gibt."

Rückfragen & Kontakt:

ÖAR
Birgit Primig-Eisner
TEl.: 513 15 33-116

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OAR/OTS