• 08.04.1997, 12:34:39
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  • OTS0110

Hintergrundgespräch zum Thema Gentechnologie

Die Natur kann man nicht verbessern

Wien (OTS) - Die Berglandmilch ist ein bäuerliches Unternehmen mit
einer langen Geschichte und bewährten Tradition. Seit nunmehr fast
100 Jahren steht die Marke "Schärdinger" für "Natürlichkeit",
"Qualität", "Österreich" und "Tradition". Die Berglandmilch sieht
daher keine Notwendigkeit für den Einsatz der Gentechnologie in der
Milchverarbeitung. Diese Meinung wird auch von allen anderen
maßgeblichen milchwirtschaftlichen Unternehmen in Österreich
vertreten. Die Vereinigung der österreichischen Milchverarbeiter -
das ist die Plattform für die österreichische Milchwirtschaft - hat
in ihrer letzten Vorstandssitzung am 25. März d.J. ein eindeutiges
Bekenntnis dazu abgelegt, daß man auch in Hinkunft in Österreich auf
den Einsatz der Gentechnologie in der Milchverarbeitung verzichten
will.

Welche Schritte hat die Berglandmilch gesetzt?

Seit einem Jahr beschäftigt sich die Berglandmilch intensiv mit
dem Thema Gentechnologie. Als erster Schritt wurde bis dato die
gesamte Produktion eingehend überprüft. Dabei mußten insgesamt 450
Artikel untersucht werden. In diesem Zusammenhang wurden mit allen
(ca. 50) Rohstofflieferanten die Herstellungsverfahren überprüft und
entsprechende Garantien für alle Rohstoffe eingeholt.

Darüber hinaus hat die Berglandmilch in den letzten Monaten
intensiv mit allen Molkereien, die über die Berglandmilch vermarkten,
mit allen Futtermittelfirmen und auch mit den Eigentümern, den 23.000
Bauern, zusammengearbeitet, um den hohen Ansprüchen des Unternehmens
gerecht zu werden.

Auf Basis der Vorarbeiten kann die Berglandmilch folgendes

Ergebnis präsentieren:

Wir verwenden in der Berglandmilch keine gentechnisch veränderten
Organismen und keine gentechnischen Verfahren:

- bei eigener Produktion werden keine gentechnisch veränderten
Organismen eingesetzt;

- für Fertigprodukte, die zugekauft und vertrieben werden, gelten
dieselben Maßstäbe wie für Eigenprodukte (keine gentechnischen
Verfahren, keine veränderten Organismen);

- es werden keine gentechnisch gewonnenen Produkte (1. Generation)
eingesetzt, z.B. kein "Genlab".

Wir erzeugen keine kennzeichnunspflichtigen Produkte laut
EU-Verordnung:

- Die Endprodukte sind frei von wesentlichen Unterschieden zu
herkömmlichen Lebensmitteln.

- Die Endprodukte enthalten keine gentechnisch veränderten
Organismen.

- Die Endprodukte enthalten keine Teile von gentechnisch veränderten
Organismen.

Auch die Rohstofflieferanten der Molkereien verwenden keine
gentechnischen Verfahren und Organismen:

- Rohstofflieferanten garantieren, daß sie keine gentechnischen
Verfahren und keine gentechnisch veränderten Organismen in der
Produktion einsetzen.

Wir verwenden keine kennzeichnungspflichtigen Rohstoffe laut EU in
den Molkereien:

- Unsere Rohstofflieferanten garantieren, daß ihre Produkte gemäß
EU-Novel-Food-Verordnung nicht kennzeichnungspflichtig sind

Beispiele:
* gentechnikfrei-Garantie der Vor-Lieferanten für Fructose (Enzyme)
* gentechnikfrei-Garantie der Vor-Lieferanten für Vitamine
(Fermentation).

- Wir schließen gentechnikverdächtige Stoffe (fehlende Garantie) aus
Rezepturen aus.

Beispiele:
* Ausschluß von Aromen, für die keine Garantien vorliegen;
* Ersatz von Glucosesirup durch Saccharose (Enzyme bei
Glucosesiruperzeugung);
* Ersatz von Zitronensäure durch Zitronensaft (Fermentation);
* Ersatz von Sojaöl als Lösungsmittel für Käsefarbstoffe durch
anderes Pflanzenöl.

Keine gentechnisch veränderten Organismen im Futter der Kühe:

- keine Soja-Futtermittel bei der Milchkuhfütterung.

Wir verpflichten die Rohstofflieferanten zur Information über
Änderungen:

- Die Lieferanten der Molkereien garantieren, Änderungen im
Gentechnik-Status ihrer Produkte umgehend schriftlich an
Berglandmilch zu melden.

Wir informieren uns über neue Entwicklungen:

- Die Linie der bei der EU in Brüssel zum Import in die EU
angemeldeten Freisetzungen von gentechnisch veränderten Organismen
wird regelmäßig angefordert und durchgearbeitet.

Wir besprechen das Thema laufend mit unseren Lieferanten:

- Wir informieren unsere Lieferanten über die gewonnenen
Erkenntnisse.

- Wir nutzen die Informationen unserer Lieferanten zur
Weiterentwicklung unserer Initiative zur Vermeidung der Gentechnik
und überarbeiten die Rezepturen und Prüfmethoden entsprechend.

Wir informieren die Öffentlichkeit über unsere Aktivitäten:

- Die Definition der "Gentechnik-Freiheit" stimmen wir mit
Umweltorganisationen wie Greenpeace ab.

Wir lassen die Futtermittel unserer Bauern extern überprüfen.

Wir untersuchen die Hauptrohstoffe unserer Produktion in den
Molkereien stichprobenartig:

- Käsereilab-Untersuchung bei Lab-Lieferanten;

- augewählte Zusätze werden auf Spuren von gentechnisch verändertem
Soja untersucht (z.B. Kakaopulver auf Sojalecithin,
Starter-Kultur-Nährmedien auf Sojaprotein).

Für Milchkühe setzen wir ausschließlich sojafreie Futtermittel
ein:

- Durch die Soja-Freiheit ist vorerst eine Gentechnik-Freiheit
gegeben.

Resümee:

Nach unserem derzeitigen Wissensstand verzichten wir auf den
Einsatz der Gentechnologie. Diese Politik werden wir auch in Hinkunft
konsequent fortsetzen.

Rückfragehinweis: Strategische Kommunikation
Dr. Christoph Bruckner
Tel.: 71 6 81 91

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS

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