- 08.04.1997, 12:18:24
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Österreich verstärkt Aktivitäten auf Fernostmärkten
Winkler: Marketing muß aggressiver werden - Defizit im Japan-Handel weiter verringert - Australien-Export floriert
Wien (PWK) - "Die österreichische Wirtschaft hat die Bearbeitung
der Märkte des Fernen Ostens in den letzten Jahren sehr intensiviert.
Die Zahl der Firmenniederlassungen und Joint Ventures hat sich
deutlich erhöht. Die Exportergebnisse variieren allerdings stark von
Land zu Land", erklärt Direktor Egon Winkler von der
Wirtschaftskammer Österreich bei der Außenhandelstagung Fernost in
Wien. Die Möglichkeiten, welche diese "größte Wachstumsregion der
Welt" bietet, seien aber bei weitem nicht ausgeschöpft. Österreich
habe hier, auch im Vergleich zu anderen EU-Ländern, noch viel
aufzuholen. Das Marketing auf diesen heiß umkämpften Märkten müsse
aggressiver werden. ****
Im Warenaustausch mit Japan (nach den USA wichtigster
Handelspartner in Übersee) konnte Österreich 1996 sein traditionelles
Defizit weiter verringern, berichtet Winkler. Die österreichischen
Japan-Ausfuhren steigen seit Jahren an und nähern sich der Zehn-
Milliarden-Grenze, die Einfuhren sanken auf rund 14 Milliarden
Schilling. Den Rückgang des Handelsbilanzdefizits schätzt Winkler als
dauerhaft ein, "einerseits weil die japanischen Deregulierungs- und
Importförderungsmaßnahmen zu greifen beginnen, andererseits weil die
Exportoffensive Österreichs und die gemeinsamen Aktionsprogramme mit
der EU Erfolge zeigen".
Die Einbrüche bei den langjährigen Säulen des österreichischen
Japan-Exportes - Automobilzulieferungen und Skier - wurden durch
Zuwächse bei anderen Produkten mehr als wettgemacht: besonders bei
Maschinen und Fahrzeugen, elektronischen Erzeugnissen,
Holzkomponenten, Snowboards und (auf bescheidenerem Niveau) bei
Nahrungs- und Genußmitteln.
Den drastischen Exportrückgang nach China im Jahr 1996 (um 44
Prozent auf 3 Mrd S) sieht Winkler keineswegs als Niederlage für die
österreichische Exportwirtschaft. 70 Prozent des Chinageschäftes
entfallen auf Maschinen und Anlagen für Großprojekte. Das führt
naturgemäß zu starken Schwankungen, je nachdem wie weit Großaufträge
ausgeliefert und neue Abschlüsse schon in Kraft sind. 1997 werden
sich im Vorjahr abgeschlossene Lieferverträge auf den Sektoren
Energie, Stahl und Maschinen wieder positiv auswirken.
Daß das Interesse der österreichischen Firmen am chinesischen
Markt ungebrochen ist, zeigt sich auch an der wachsenden Zahl von
Niederlassungen und Joint-Ventures. Ende 1996 gab es insgesamt 90
österreichische Engagements in China, davon 30 Joint Ventures, 38
Niederlassungen und 20 Lizenz- und Know-How-Verträgen.
In Hongkong erwartet man von dem "Schicksalsjahr 1997" und den
Jahren danach einen kräftigen Investitionsschub und
Wirtschaftsaufschwung. Österreichs Wirtschaft, die derzeit mit 47
Niederlassungen in Hongkong vertreten ist, kann davon sehr
profitieren, ist Winkler überzeugt. Besondere Chancen bestünden für
Baumaterialien und -technologien, Umwelttechnologien und Konsumgüter
aller Art.
Die Auslieferung von zwei Corex-Anlagen hat für den
österreichischen Export nach Korea im Jahr 1996 einen Rekordwert von
nahezu fünf Mrd S gebracht. Wichtiger Hoffnungsmarkt für
österreichische Anbieter sind auch hier Umweltbereich und
Bauwirtschaft. Hochwertige Konsumgüter werden in dem Land an der
Schwelle zur Industrienation ebenfalls zunehmend interessant.
Das Krisenjahr 1996 in Taiwan hat sich auch auf Österreichs
Lieferungen ausgewirkt, die um 14 Prozent auf 2 Mrd S zurückgingen.
Für 1997 wird aber wieder ein kräftiger Exportaufschwung erwartet.
Taiwan bleibt einer der wichtigsten Partner Österreichs in Fernost -
sowohl für den Handel als auch für den Tourismus (1996 besuchten rund
50.000 Taiwanesen Österreich).
Der Stadtstaat Singapur ist nicht nur ein bedeutender Absatzmarkt
für Österreich (Export 1996: 2 Mrd S), sondern auch eine wichtige
Drehscheibe für die Bearbeitung der gesamten Region, insbesondere der
Märkte der ASEAN-Länder. 52 österreichische Unternehmen, darunter
drei Banken, nützen diese Chancen durch eigene Repräsentanzen bzw.
Betriebe (davon vier als Joint Ventures).
Einen wahren Höhenflug verzeichneten 1996 die österreichischen
Exporte nach Australien (+ 42 Prozent auf 3,3 Mrd. Schilling). Die
anhaltende Hochkonjunktur, kräftige Investitionen und der Bedarf an
modernen Technologien bieten auch weiterhin gute Chancen.
(Schluß) RL
Rückfragehinweis: Dkfm.Kuen, Mag. Astegher
WKÖ, AW-Abteilung
Tel:50105/4353,4351
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