Gastgewerbe: Lohnverhandlungen blieben ohne Ergebnis

Hinterleitner: Fachgewerkschaft gefährdet Arbeitsplätze - "Globale Veränderungen verlangen flexible lokale Antworten"

Wien (PWK) - Ergebnislos beendet wurden heute, Dienstag, die am Montag begonnenen Lohnverhandlungen zwischen gastgewerblichen Arbeitgebervertretungen aller Bundesländer unter Vorsitz von Komm.Rat Helmut Hinterleitner und der Fachgewerkschaft HGPD unter Vorsitz von Rudolf Kaske. Das von der Gewerkschaft vorgelegte massive Forderungspaket konnte nicht akzeptiert werden. Gefordert hatte die Gewerkschaft u.a. eine Anhebung der Löhne und Zulagen um 4,9 Prozent, eine Jahresremuneration auf Istlohnbasis und den Wegfall der Wartefrist, die Bezahlung der Internatskosten durch den Lehrberechtigten und die Änderung der Verfallsfristen. ****

"Die Arbeitgeberseite, der Vertreter aller Bundesländer angehören, hat der Gewerkschaft trotz der derzeit schwierigen Wirtschaftssituation ein faires Problemlösungpaket angeboten, das jedoch nicht angenommen wurde", bedauert Verhandlungsführer Hinterleitner, Vorsteher des Fachverbandes Gastronomie. "Die zentral organisierte Fachgewerkschaft hat leider wieder einmal die Zeichen der Zeit nicht erkannt und auf einem unzeitgemäßen und arbeitsplatzvernichtenden Forderungspaket beharrt", ergänzt dazu der Vorsteher des Fachverbandes Hotellerie, Hans Melcher.

Die Forderung nach einer Lohnerhöhung um 4,9 Prozent sei angesichts der rückläufigen Umsätze und Nächtigungszahlen im Tourismus völlig maßlos. "Es ist ganz einfach eine Binsenweisheit, daß Arbeitsplätze dann vernichtet werden, wenn die Arbeitskosten höher sind als die Wertschöpfung", unterstreicht Hinterleitner. Eine maßvolle Lohnerhöhung wäre nur bei Verbesserung einiger kollektivvertraglicher Rahmenbedingungen möglich gewesen.

Den Problemlösungsvorschlägen der Arbeitgeber sei die Gewerkschaft in keinem einzigen Punkt entgegengekommen. Von Arbeitgeberseite werde beispielsweise nicht verstanden, warum eine antiquierte Bestimmung des Kollektivvertrages, nämlich die Verpflichtung zur Mindestentlohnung der ersten vier Stunden bei Teilzeitbeschäftigten, nicht den praktischen Erfordernissen der Wirtschaft und der Arbeitnehmer selbst angepaßt werden kann. Die derzeitige Regelung verhindert, daß neue Arbeit im Teilzeitbereich geschaffen werden kann. "Kein Unternehmer kann vier Stunden Lohn bezahlen, wenn er einen Mitarbeiter zum Beispiel nur eine Stunde beschäftigt", betonen Hinterleitner und Melcher.

Ein zeitgemäßes Lohnsystem entsprechend den Bedürfnissen der einzelnen Bundesländer - worüber seit Jahren intensiv verhandelt wird - ist an der unflexiblen und uneinigen Haltung der Gewerkschaft praktisch ebenfalls gescheitert. "Unterschiedliche Lohnsysteme und Rahmenbedingungen in den einzelnen Bundesländern erfordern auch unterschiedliche Problemlösungen", betont Hinterleitner. Die Gewerkschaft vertraue hingegen weiter auf zentrale Steuerungen und beharre auf unflexiblen Denkschemen, womit sie die Zukunftsperspektiven sowohl der Beschäftigten als auch der Unternehmer gefährde.

Das starre und isolierte Denken in Lohnprozenten sollte eigentlich der Vergangenheit angehören. Die Globalisierung auch der Tourismuswirtschaft erzeuge enormen Änderungsdruck auf die Betriebe. Die touristischen Arbeitsplätze können nur gesichert werden, wenn verantwortliche Arbeitnehmervertreter konkrete Flexibilisierungsvorschläge akzeptieren: "Eine flexible globale Wirtschaft verlangt eine flexible lokale Antwort".

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