Greenpeace-Aktion vor US-Botschaft Eine Tonne Gentech-Soja "zurück an den Absender" - Scharfe Kritik an Gentech-Lobbying der US-Regierung

Wien (OTS) - Heute gegen 9.45 Uhr schütteten 30 Greenpeace-Aktivisten eine Tonne Gentech-Sojaschrot vor die Tore der US-Botschaft in Wien und entrollten ein Trans-parent mit der Aufschrift: "Gentech-Soja: Return to Sender". Greenpeace protestiert damit gegen die in den USA übliche, vorsätzliche Vermischung von Gentech-Soja mit natürlicher Soja. Darüberhinaus kritisiert Greenpeace, daß sich Vertreter der US-Regierung immer wieder als Lobbyisten der US-Gentech-Konzerne - vor allem Monsanto - betätigen und in dieser Rolle Druck auf Österreich ausübten, kein Importverbot für Gentech-Soja zu erlassen. Greenpeace übergab US-Botschafterin Swanee Hunt eine Protestnote und forderte die Einstellung der Lieferungen von Gentech-Soja aus den USA sowie eine Beendigung der Lobby-Aktivitäten für die Gentech-Konzerne.

Die umstrittene Gentech-Soja "Roundup Ready Soybean" (RRS) stammt aus den Gentech-Labors des großen US-Chemiekonzerns Monsanto, der auch 'Erfinder' des in Vietnam zu trauriger Berühmtheit gelangten Entlaubungsgiftes 'Agent Orange' ist. Monsanto-Vertreter haben wiederholt im österreichischen Gesundheitsministerium vorgesprochen, um ein Importverbot für ihre Gentech-Bohnen zu verhindern. Im November 1996 deutete die damalige Gesundheitsministerin Krammer gegenüber Greenpeace und Global 2000 an, daß die USA ein Importverbot für die Monsanto-Bohne niemals akzeptieren würden: "Dabei könnte es auch um österreichische Arbeitsplätze gehen", so Krammer damals.

Gesundheitsministerium und Umweltbundesamt (UBA) wurden zunehmend direktes Ziel der US-Gentechlobby: Hochrangige Vertreter der US-Regierungsbehörden EPA (Environmental Pro-tection Agency), unter ihnen die stellvertretende Direktorin Lyn Goldman, und FDA (Food & Drug Administration) meldeten sich im November 1996 für ein Gespräch über die Monsanto-Bohne an. Als Greenpeace diesen 'Besuch' publik machte, wurde die Reise kurzfristig abgesagt. Auch der US-Botschaftsrat für landwirtschaftliche Angelegenheiten, Allan Mustard, betätigte sich als Lobbyist in Sachen Gentechnik: Am 12. Februar pries er im Rahmen der Verbandstagung der landwirtschaftlichen Gutsbetriebe Monsanto's Gentech-Soja als 'erstaunliche Revolution' und kritisierte Österreichs Importstopp gegen den US-Gentechmais von 'Novartis' als 'ungerechtfertigte, protektionistische Maßnahme'.

"Die US-Regierung muß einsehen, daß ihr Lobbying für Gentech-Lebensmittel auf den Widerspruch der österreichischen Konsumenten und großer Teile der Lebensmittel-Branche stößt," erklärte Greenpeace-Sprecher Matthias Schickhofer. "Das Gentechnik-Volksbegehren, das seit gestern zur Unterzeichnung aufliegt, ist somit auch eine deutliche Absage an das Vordringen der US-Gentech-Konzerne nach Österreich. Greenpeace wird dafür sorgen, daß dem Votum der österreichischen Bevölkerung eine weltweite Beispielwirkung zukommen wird", so Schickhofer.

Weitere Informationen: Attila Cerman, Greenpeace Österreich; Tel.: 01/7130031-58 Florian Faber, Matthias Schickhofer; Greenpeace

Österreich; Tel. vor Ort: 0663/087570 Black*Box modem: +43 1 407 31 32 internet:blackbox.at port:510 http://www.blackbox.at/

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