Internationale Zivilrechtsorganisation fordert deutschen Kanzler Kohl auf, religiöse Minderheiten zu schützen

Erwähnt wird die Diskriminierung von Scientologen, Zeugen

Wien (OTS) - Jehovas und Charismatischen Christen =

In ihrer kürzlichen Verurteilung des Mißbrauchs der Minderheitenrechte durch die deutsche Regierung hat das Rutherford Institut, eine auf dem Christentum basierende, rechtliche und pädagogische Organisation, die für Religionsfreiheit auf der ganzen Welt kämpft, Kanzler Kohl ersucht, "persönlich zu intervenieren", um der religiösen Diskriminierung in Deutschland Einhalt zu gebieten.

"Wenn Personen mit einem unpopulären Glauben ausgestoßen werden", sagte John Witehead, Präsident des Instituts, "bedeutet das nichts anderes als einen Übergriff auf die Religionsfreiheit". Das Institut zitiert: "Die letzten Vorfälle von religiöser Diskriminierung schließen die Begegnung von Zeugen Jehovas mit routinemäßiger Feindseligkeit und diskriminierende Behandlung durch den Staat ein; eine Charismatische Kirche in Köln verliert ihren gemeinnützigen Status, und der Freistaat Bayern verlangt von Beamten die Unterzeichnung einer Erklärung, daß sie einer Migliedschaft bei Scientology abschwören".

Der Aufruf des Rutherford Instituts in Richtung Kohl kommt nach weniger als drei Monaten, als 34 prominente Persönlichkeiten und Führungskräfte der Unterhaltungsindustrie einen Offenen Brief veröffentlichten, in dem sie von ihm Maßnahmen verlangen, um die Diskriminierung von religiösen Minderheiten zu stoppen und die Rechte der Scientolgoen zu schützen. Es folgte damals eine Protestwelle deutscher Regierungsmitglieder, wobei behauptet wurde, daß religiöse Diskriminierung in Deutschland "außer Frage steht".

Deutschland war aber auch der scharfen Kritik des U.S. State Departments wegen Diskriminierung von Scientologen in seinem jährlichen Menschenrechtsbericht von 1996 ausgesetzt, der im Jänner veröffentlicht wurde. Weiters hat das Menschrechtskomitee der Vereinten Nationen im November seine Betroffenheit über Deutschlands Diskriminierung von Scientologen und ethnischen Minderheiten geäußert. Der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für religiöse Intoleranz hat ebenso über diese Verletzungen berichtet und plant dieses Jahr einen Besuch in Deutschland, um die Angelegenheit weiter zu untersuchen.

Andere unabhängige und objektive Autoritäten wie die Helsinki Kommission, amerikanische Minderheitenorganisationen und betroffene Menschenrechtsgruppen haben Deutschland wegen der Richtlinien hinsichtlich der Diskriminierung von Minderheitsreligionen erwähnt. Die Kooperation von Christlichen Anwälten und Notaren in Deutschland hat ebenso ihre Betroffenheit darüber geäußert, daß "Religionsfreiheit in Deutschland in Gefahr ist."

Die Scientology Kirche, die über 600 Fälle von Diskriminierung von ihren Mitgliedern dokumentiert hat, begrüßte die "mutige Stellung für die Religionsfreiheit" des Rutherford Instituts. "Kanzler Kohl kann nicht weiterhin die ansteigende Flut von internationalen Protesten gegen den Mißbrauch der Menschenrechte von Minderheitsreligionen durch die deutsche Regierung ignorieren", sagte Rev. Heber Jentzsch, Präsident der Scientology Kirche International.

Letzte Woche warnte Rev. Jentzsch davor, daß die deutsche Regierung immer totalitärer werde. Er verurteilte die Anweisung von Arbeitsminister Blüm, daß deutsche Arbeitsämter alle Firmen, die Scientologen gehören, mit einem "S" kennzeichnen. Jentzsch beschrieb diese Kennzeichnugn als "elektronischen Davidstern" und verglich Blüms Anweisung mit einem Nazi-Erlaß vom 14. Juni 1938, der darauf ausgerichtet war, alle Geschäfte von Juden zu identifizieren.

Der Bürgermeister von Stuttgart, Jürgen Beck, kündigte letzte Woche ein Verbot an, daß Scientologen um Mitglieder werben dürfen und alle Kirchenmitglieder aus dem öffentlichen Dienst zu verbannen, was eine weitere Verletzung der internationalen Menschenrechtsgesetze darstellt.

Das Ansuchen des Rutherford Instituts an Kohl ist "ein anderer Weckruf an den Kanzler. Ich hoffe, daß er ihn dieses Mal hört", schloß Jentzsch.

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