Austria Glas Recycling GmbH hat den Ausgleich beantragt

Altglassammlung wird weitergeführt

Wien (OTS) - Die Austria Glas Recycling GmbH (AGR) - die Branchenrecyclinggesellschaft für die österreichweite Altglassammlung - hat am 07.04.1997 beim Handelsgericht Wien den Ausgleich beantragt.

Unabhängig davon wird die Altglassammlung im vollen Umfang weitergeführt und durch Anpassungen bei den Sammelkosten eine gesicherte wirtschaftliche Basis hergestellt.

Zu den Facts

Im vorgelegten Status zum 31.03.1997 werden Schulden von rund 133,9 Millionen Schilling und Aktiva von 55,6 Millionen Schilling ausgewiesen, Überschuldung somit 78,3 Millionen Schilling. Die Ausgleichsquote wird mit 40 % angeboten, Hauptgläubiger sind Gebietskörperschaften und Abfallverbände sowie Entsorgungsbetriebe.

Zum Sammelsystem

Die Geschäftsführung der Austria Glas Recycling GmbH stellt dazu fest:

Seit Beginn der österreichweit flächendeckenden Altglassammlung im Jahr 1978 bis zur Verpackungsverordnung vom 01.10.1993 hat das System des umweltgerechten Altglasrecyclings problemlos funktioniert. Die Kosten wurden einerseits aus den Altglaserlösen, andererseits durch Beiträge der Gemeinden gedeckt.

Mit der Verpackungsverordnung 1993 sind alle Verpflichtungen aus der Altglassammlung auf die Wirtschaft übergegangen. Die AGR mußte -als einzige Branchenrecyclinggesellschaft der ARA - ein voll ausgebautes Sammelsystem mit alten gewachsenen Strukturen übernehmen. Aukßerdem gab es am Anfang auch schwerwiegende rechtliche Unsicherheiten.

Die wesentlichen Ursachen der aktuellen Probleme sind:

Wie ist es dazu gekommen?

1. Der im Frühjahr 1993 zu fixierende Lizenztarif ging davon aus, daß neben rund 220.000 to Einweg-Glas auch rund 40.000 to Mehr-Weg-Glas lizenzpflichtig sind. Diese Menge fiel im weiteren aus, sodaß die erste Lizenzgebühr von öS 0,78/kg Altglas von vornherein nicht kostendeckend sein konnte.

2. Die Erhöhung des Tarifes per 01.07.1994 auf öS 1,20/kg hatte aus den notwendigen Abläufen einen Zeitverzug, sodaß in 15 Monaten (10/1993 bis 12/1994) rund 50 Millionen Schilling an Verlust entstand.

3. Die Finanzierungsprobleme konnten zwar gelöst werden, nicht jedoch die Anpassung der unterschiedlichen Kostenstrukturen der verschiedenen regionalen Sammelsysteme.

4. Das Problem der Trittbrettfahrer belastet die Kostenstrukturen von Anfang an ebenfalls erheblich. Von rund 220.000 to Einweg-Glas p.a. werden von AGR rund 200.000 to jährlich gesammelt, jedoch nur für rund 175.000 Lizenzeröse erzielt.

5. Eine für 1997 geplante Tariferhöhung auf öS 1,45/kg scheiterte an verschiedenen massiven Widerständen.

6. Die Verhandlungen mit allen am Sammelsystem Interessierten -Gebietskörperschaften, Abfallwirtschaftsverbände, Entsorgungswirtschaft, Lizenznehmer und Verwerter - zeigten zwar die Bereitschaft zu substantiellen Lösungsbeiträgen, gerieten jedoch zunehmend in eine Zeitschere. Der Verlust war bis Ende 1996 auf 62 Millionen Schilling angestiegen. Das Sanierungskonzept der AGR sah Einsparungen von rund 32 Millionen Schilling p.a. vor, womit ein gänzlicher Abbau der Schulden bis zum Jahr 2000 möglich geworden wäre.

Wie geht es nun weiter?

Das Sammelsystem wird in vollem Umfang und in gewohnter präziser Weise weiterhin abgewickelt und im Zuge des Ausgleichverfahrens werden die Kostenstrukturen den Erlösentwicklungen anzupassen sein.

Das Altglassammelsystem ist eines der effizientesten in ganz Europa. Seine Aufrechterhaltung liegt im gemeinsamen Interesse aller Beteiligten, damit auch der breiten Öffentlichkeit. Die im Prinzip zahlreichen positiven Signale in den Verhandlungen um ein ausgewogenes Maßnahmenpaket sind nunmehr rasch und effizient umzusetzen.

Rückfragen & Kontakt:

Austria Glas Recycling GmbH
Tel.: 214 56 00-0

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS