Presseinformation zur Ausstellung Gerald Zugmann architecture in the box photographien

Wien (OTS) - Pressepreview: 29. April 1997, 10.30 Uhr

Ort: MAK-Galerie, MAK-Österreichisches Museum für angewandte Kunst Stubenring 5, A-1010 Wien

Ausstellungsdauer: 30. April bis 1. Juni 1997

Öffnungszeiten: Di bis So 10 bis 18 Uhr, Do 10 bis 21 Uhr
Mo geschlossen

Gerald Zugmann hat 1996 sein photographisches Werk u.a. in der Mooney Foundation in Chicago, in der Form Zero Gallery in Los Angeles und in den Architectural Galleries der Columbia University in New York ausgestellt.

Nun ist er mit seinem Photozyklus "architecture in the box" und seinen neuesten Arbeiten "farbe der dämmerung" erstmals in Österreich in der MAK-Galerie zu sehen. Mit dieser Serie beschreitet Zugmann, der durch seine präzise visuelle Sprache eine völlig neue Generation der Architekturphotographie etabliert hat, künstlerisch Neuland. Von der gebauten Wirklichkeit verlagert er sein Interesse auf imaginäre, im Studio komponierte Pflanzen- und Landschaftsaufnahmen.

Der Zyklus "architecture in the box" zeugt von der jahrzehntelangen intensiven Auseinandersetzung Zugmanns mit den unterschiedlichsten Formen zeitgenössischer Architektur. Dabei geht es ihm in seinen Arbeiten jedoch nie um die dokumentarische Aufnahme gebauter Objekte, vielmehr gestaltet er die Architektur, die er photographiert, indem er Besonderheiten einzelner Architekten herausarbeitet und die für das Bauwerk wesentliche Aussage in den Vordergrund stellt.

Das Spektrum der zwischen 1980 und 1995 entstandenen schwarzweißen Architekturphotographien reicht von Zugmanns Beschäftigung mit den Bauten von Coop Himmelb(l)au und seiner Definiton einer neuen Bildsprache, die der Bloßlegung von Strukturen in der dekonstruktivistischen Architektur gerecht wird, bis zur zurückhaltenden und eindrücklichen Dokumentation von Carlo Scarpas Friedhof der Familie Brion in San Vito d'Altivole. Auch Zugmanns Auseinandersetzung mit dem Gesamtwerk des nach Kalifornien emigrierten experimentellen österreichischen Architekten R. M. Schindler findet mit einer Auswahl repräsentativer Arbeiten Eingang in die Ausstellung.

Der Titel "architecture in the box" bezieht sich einerseits auf die Box als Synonym für die Kamera, andererseits aber auch auf die spezifische Präsentation der Photgraphien in "Schachtel-Rahmen", boxes, die darauf verweist, daß Photos nach ihrer Herstellung auf Reisen gehen, in Zeitschriften, Büchern, Ausstellungen verschickt werden.

"farbe der dämmerung" zeigt zum ersten Mal Zugmanns neueste Photoarbeiten aus den Jahren 1990-1997. Experimentierfeld dieser Arbeiten ist eine offene, riesige Vitrine, deren Inhalt wie ein ausgeleerter Kohleeimer wirkt. Inmitten von Koks-, Kohle- und Brikettstücken ist getrocknetes Pflanzenmaterial gruppiert, mikrokosmisch dichte Welten von ausgelaugten und von Trockenheit ausgezerhten Pflanzen, die sich durch den Blick des Photographen zu archaischen Landschaften und imaginären Städten formieren.

Neben den schwarzweißen imaginären Landschaften wendet sich Zugmann in "farbe der dämmerung" nicht nur einem neuen Formenvokabular, sondern auch der Farbe zu. Seine ebenfalls im Studio aufgenommenen Schwarzweißphotographien von getrockneten Pflanzen werden durch die Mischung spezieller chemischer Substanzen in der Dunkelkammer mehrfach getönt. Dadurch entstehen transparent und gläsern wirkende braune, rotbraune, blaue und grüne Farbfelder, die hinter dem schwarzweißen Grundton durchschimmern und "einen Fata-Morgana"-Effekt erzeugen (Gerhard Fischer).

Für die Ausstellung werden sowohl die artifiziellen Landschaftsansichten als auch die Originale der getönten Pflanzenphotographien mit Hilfe des Iris-Prints (Digital Fine Art Printing) - einer neuen Reproduktionstechnik, die eine optimale Wiedergabe der besonderen Farbigkeit der Photographien ermöglicht -auf A0 bzw. A1 vergrößert.

Eine chirurgische Präzision des Blicks, der geduldig auf den bestmöglichen Moment wartet oder beharrlich nach der Perspektive sucht, die die Essenz des photographierten Objekts offenlegt, ist typisch für Gerald Zugmanns unverwechselbare Photographien. Nicht das Abbilden des Objekts, sondern das Schaffen eigenständiger Bilder, in denen sich ein klares Bekenntnis zum Realismus mit einer Zeitlosigkeit gefrorenen Erstarrung des Dargestellten verbindet, ist für Zugmann Inhalt des photgraphischen Akts. Diese Ästhetik sorgfältiger, analytischer Komposition, die den Zufall aus dem Entstehen des Bilds ausklammert, verleiht Zugmanns photographischen Arbeiten unabhängig von ihren Sujets eine bestechende Perfektion.

Pressepreview: 29. April 1997, 10.30 Uhr

Eröffnung: 29. April 1997, 20 Uhr (Einladung)

Ort: MAK-Galerie
MAK-Österreichisches Museum für angewandte Kunst Stubenring 5, A-1010 Wien

Ausstellungsdauer: 30. April bis 1. Juni 1997

Öffnungszeiten: Di - So 10 bis 18 Uhr, Do 10 bis 21 Uhr, Montag geschlossen

Feiertage: 1. Mai, Tag der Arbeit, geschlossen
8. Mai, Christi Himmelfahrt, 10 bis 21 Uhr
18. Mai, Internationaler Museumstag, Pfingstsonntag, Freier Eintritt, 10 bis 18 Uhr
19. Mai, Pfingstmontag, 10 bis 18 Uhr
29. Mai, Fronleichnam, 10 bis 21 Uhr

MAK-Kurator: Heidemarie Caltik

Katalog: architecture in the box.Architectural Photography 1980-1995. Mit Beiträgen von Carl G. Lewis, Peter Noever und Carl Pruscha. 164 Seiten, 123 Abbildungen, englisch, Springer Verlag, Wien - New York 1995

farbe der dämmerung / photographische bilder. Mit einem Beitrag von Gerhard Fischer. 46 Seiten, 28 Abbildungen, Wien 1997

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