Nachfrage nach Fernwärme stark gestiegen

Bereits 11 Prozent aller Wohnungen heizen mit Fernwärme Hohe Steuern gefährden energiesparende Kraft-Wärme-Kopplung

Wien (PWK) - "Die Fernwärmeproduktion der dem Fachverband der Gas-und Wäremversorgungsunternehmen Österreichs meldenden 43 Unternehmen, stieg von 1995 auf 1996 von 9.596 GWh auf etwa 10.750 GWh an", erklärte Fachverbands-Geschäftsführer Robert Köck am 3. April 1997 bei einer Pressekonferenz. Bei einem Fremdbezug von nicht in der Fachverbandsstatistik erfaßten Industriebetrieben mit Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Höhe von etwa 460 GWh, betrug die gesamte Wärmenetzeinspeisung 1996 11.210 GWh nach 10.023 GWh im Jahr 1995, was einer Steigerung von rund 12 Prozent entspricht. ****

10.030 GWh wurden davon an Industrie, Gewerbe, öffentliche Gebäude und Haushalte abgegeben. Der Wärmeverkauf an diese hauptabnehmenden Bereiche stieg damit gegenüber 1995 ebenfalls um 12 Prozent an. Im Vergleich zu den letzten Jahren, in denen der Fernwärmemarkt um 5,4 Prozent pro Jahr gewachsen war, setzte sich dieses Wachstum 1996 also überproportional fort. Lag der Hauptgrund dafür in den Witterungsbedingungen, trug jedoch auch die Erweiterung der Flächenversorgung zu diesem erfreulichen Ergebnis bei, so der Fachverband.

Bei den Energieträgern, die zur Wärmeerzeugung eingesetzt werden, nimmt Erdgas den Löwenanteil ein. 1996 erhöhte sich dieser um 4 Prozent auf nun 52 Prozent. Die Anteile von Erdölprodukten (33 Prozent) und Kohle (3 Prozent) blieben gleich, während sich der Anteil von Biomasse und Müll 1996 um 3 Prozent auf 12 Prozent verringerte.

In Österreich werden inzwischen bereits etwas mehr als 11 Prozent der bewohnten Wohnungen mit Fernwärme versorgt. In Wien liegt dieser Anteil bei 20 Prozent, in der Steiermark bei 14 und in Salzburg bei 11 Prozent. Unter dem Bundesdurchschnitt liegen Kärnten (10 Prozent), Tirol (4 Prozent), Niederösterreich (3 Prozent) und Burgenland und Vorarlberg mit etwa einem Prozent.

"Die Wärmeerzeugung der dem Fachverband meldenden Unternehmen stammt zu etwa zwei Drittel aus den energiesparenden Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen", betonte Anton Wischinka, Chef der Fernwärme Wien GesmbH und Vorsitzender der Berufsgruppe Fernwärme. Da gerade den KWK-Anlagen überhöhte Steuern auferlegt wurden, sehe er die Marktstellung der Fernwärmeversorger insgesamt gefährdet. Gemäß dem Erlaß des Erdgasabgabegesetzes, der im Jänner 1997 in Kraft trat, wird den KWK-Anlagen ein Wirkungsgrad von 44 Prozent pauschal zugerechnet, "der aber viel zu hoch gegriffen ist und jeglicher praxisnaher Grundlage entbehrt", kritisierte Wischinka die Beurteilung des Finanzministeriums. Dazu komme die besonders hohe Besteuerung von Erdgas, das ja mehr als die Hälfte des Brennstoffverbrauches für die Wärmeerzeugung ausmacht.

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Mag. Michael Schmöltzer

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