ÖBB brauchen Semmering-Basistunnel um konkurrenzfähig zu bleiben

Wien (OTS) - Damit die ÖBB auch noch im nächsten Jahrtausend Reisende und Güter konkurrenzfähig zur Straße transportieren können, muß so - wie bisher bei der Straße - auch bei der Bahn möglichst rasch österreichweit die Infrastruktur modernisiert werden. Dazu sind Maßnahmen notwendig, die ein qualitatives Angebot am Markt garantieren. Der Semmering-Basistunnel ist ein wesentlicher Schritt, um im zunehmenden Wettbewerb bestehen zu können.

Beim Jahrhundertbauwerk "Semmering-Basistunnel" drängt die Zeit. Eine weitere Verzögerung durch endlose Diskussionen heißt, daß der Tunnel noch später als geplant fertiggestellt werden kann. Der europäische Warenverkehr auf der Nord-Süd- Route wird bis zur Inbetriebnahme der neuen schnelleren Tunneltrasse durch den Semmering sicherlich nicht ruhen, sondern so wie die Vergangenheit gezeigt hat, weiterhin steigen. Entsprechend dem vorhandenen qualitativen Routing-Angebot werden die Verkehrsströme entweder auf der Straße oder auf der Schiene rollen.

Fuhren im Jahr 1975 noch 50.526 Züge über den Semmering, waren es 1993 bereits 68.691 und im Jahr 1995 gar 71.827 Züge (jeweils Reise-und Güterzüge). Betrachtet man den Güterverkehr über den Semmering, ist sicherlich nicht nur die Anzahl der Güterzüge relevant (es gibt kürzere bzw. längere Züge), sondern die tatsächlich transportierte Tonnage: Diese stieg von 1993 bis 1995 von 5,9 Mio Netto-Tonnen auf 8,1 Mio Netto-Tonnen, was eine Steigerung von rund 37 Prozent bedeutet.

Im Jahr 1996 waren die Transporte entsprechend der wirtschaftlichen Entwicklung leicht rückläufig. Ein ähnlicher Rückgang fand auch zwischen 1990 und 1993 statt, dem steht allerdings die bereits angeführte Steigerung des Transportaufkommens seit 1993 gegenüber. Das Verkehrsvolumen über den Semmering ist somit zwar Schwankungen unterworfen, langfristig kann man aber eine ständige Aufwärts- entwicklung feststellen. Sofern der Semmering-Basistunnel im Jahr 2010 bereits in Betrieb ist, sagen Prognosen ein Wachstum des Güterverkehrsaufkommens auf der Schiene bis zum Doppelten voraus.

Aus der durch viele Faktoren beeinflußten Verkehrsentwicklung eines einzigen Jahres kann daher keine seriöse Aussage über die Notwendigkeit einer langfristigen Infrastrukturmaßnahme wie es die Errichtung des Semmering- Basistunnels darstellt, getroffen werden.

Der oft angeführte Vergleich mit der Gotthard-Strecke ist insofern nicht zutreffend, als die Semmeringstrecke als älteste Gebirgsbahn Europas weit ungünstigere Anlageverhältnisse als die Gotthard-Strecke oder andere Gebirgsstrecken, aufweist. Gerade diese ungünstigen Anlageverhältnisse sind aber der Grund für die erhöhten Aufwendungen für den Betrieb und die Erhaltung der Bergstrecke über den Semmering, deren Verringerung durch den Basistunnel die Grundlage für dessen Wirtschaftlichkeit darstellt.

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