Metallwaren: Gewerkschaften halten die Fachverbände in Geiselhaft

Jordan:"Flexibilisierungsvorschlag der Gewerkschaften ist unzureichender Schritt zur Standortsicherung"

Wien (PWK) - "Die Metallwarenindustrie respektiert in der Frage
der flexiblen Arbeitszeit die Beschlüsse der anderen Fachverbände der KV Gemeinschaft Eisen/Metall. Es sind die Gewerkschaften, die mit ihrer Haltung 'Alle oder Keiner' die Fachverbände in Geiselhaft nehmen", kommentiert Reinhard Jordan, Vorsteher des Fachverbandes der Metallwarenindustrie, das vorläufige Scheitern der Verhandlungen über flexible Arbeitszeiten in der Metallindustrie. ****

Gerade die Metallwarenindustrie sei mit den übrigen Industriefachverbänden nur schwer zu vergleichen. Denn mit einer Exportquote von fast 70% sei gerade die klein- und mittelbetrieblich strukturierte Metallwarenindustrie dem globalen Wettbewerb besonders stark ausgesetzt. Vor allem die Zulieferer zur internationalen KFZ-Industrie können die Preise in der Regel nicht diktieren, sondern sind im besonderen Ausmaß von der rigiden Preisgestaltung der Autokonzerne betroffen. "Im Gegenteil, wir müssen jeden Rationalisierungsgewinn sofort an unsere Abnehmer weitergeben. Daher brauchen wir flexible Arbeitszeitmodelle, die sich an der Auftragslage orientieren und keine komplizierte und kostspielige Minuntenklauberei", so Jordan.

Vor allem die Zeitzuschläge für Normalarbeitszeit sind der Metallwarenindustrie ein Dorn im Auge. Solche Zuschläge seien eine Arbeitszeitverkürzung durch die Hintertür und einfach das falsche Signal. Es gehe nicht um Mehrarbeit, sondern um eine bessere Verteilung der Normalarbeitszeit von durchschnittlich 38,5 Wochenstunden. 9 Stunden Tagesarbeitszeit bei 45 Wochenstunden wären bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 38,5 Stunden durchaus auch ohne Gratifikation zumutbar, wenn dadurch die heimischen Arbeitsplätze sicherer werden. Jordan kritisierte in diesem Zusammenhang auch die enorme Bürokratie, die mit der Administration der Zeitzuschläge verbunden wäre.

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Dokument10/WÖ/1997-04-02 14:05FV der Metallwarenindustrie

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