Zwei Jahre nach dem Bombenanschlag auf Ebergassing: Die Mexiko-Connection

Vorausmeldung zu NEWS Nr. 14/97 3. 4. 97

- Unter den Tätern von Ebergassing lebte ein V-Mann des Innenministeriums - vor dem Attentat sogar in jener Wohnung, in der der Anschlag vorbereitet wurde.

- Der mutmaßliche dritte Mann des Terroranschlags, Bassam Al-Taher, befindet sich in Mexiko - und hat jetzt selbst Angst vor einem Anschlag.

- Die wichtigste Zeugin der Polizei, Beate G., ist beim flüchtigen Al-Taher.

Wien (OTS) - Wie in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe von NEWS berichtet wird, belegen zwei Jahre nach dem Bombenanschlag auf die 380-KV-Stromleitung bei Ebergassing vom 11. April 1995 neue Dokumente und Aussagen äußerst Brisantes:

- Wie sich jetzt herausstellt, hat unter den Tätern jahrelang ein V-Mann des Innenministeriums - konkret der "Einsatzgruppe zur Bekämpfung des Terrorismus" EBT - gelebt. Der türkische Kurde, ein Aktivist der linksradikalen Untergrundorganisation "Dev Sol", hatte sowohl mit Thaler als auch mit Konicek und Al-Taher engsten persönlichen und politischen Kontakt. Zum Zeitpunkt des Anschlags wohnte er sogar in der Wohnung von Gregor Thaler, in der die Behörden später unzählige Tatmittel wie "Natriumchlorat, Zeitschaltuhren, Funkfernsteuerungen, Schwefel- und Salpetersäure" sicherstellten. Ob der V-Mann von der Vorbereitung des Anschlags gewußt hat und die Behörden somit in die Möglichkeit hätte versetzen können, das Attentat zu verhindern, oder ob er tatsächlich trotz engster Kontakte nichts mitbekommen hat, ist wohl nur dem Innenministerium bekannt.

- Bassam Al-Taher, 31, als mutmaßlicher dritter Mann von Ebergassing per internationalem Haftbefehl gesucht, lebt seit fast zwei Jahren in einem kleinen Ort an der mexikanischen Küste. Dort hat der Wiener jetzt selbst Angst vor einem Anschlag. Seit er infolge akuten Geldmangels erwogen hat, sich zu stellen, wird er - von linken "Freunden" aus Österreich - bedroht und soll einmal bereits tätlich angegriffen worden sein.

- Besonders pikant ist, daß sich die für die Polizei wichtigste Zeugin, Gregor Thalers Lebensgefährtin Beate G., mit Al-Taher gemeinsam nach Mexiko abgesetzt hat. Und das, obwohl sie in ihrer Einvernahme behauptet hatte, vom Anschlag "weder etwas gewußt noch etwas mitbekommen" zu haben und erst auf starken Druck der Polizei zugab, sich "an einen Freund mit Vornamen Bassam erinnern zu können."

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