Löschnak/Wittmann zu EU-Sportartikel

Wien (OTS) - In der heutigen Präsidiumssitzung der ASKÖ-Bundesorganisation, an der Sportstaatssekretär Wittmann teilnahm, standen u.a. die weitreichenden Konsequenzen der EU-Regelungen auf den Sport im Mittelpunkt. Präsident Löschnak stellte fest: "Die Verankerung des Sports in den EU-Verträgen wäre die einzige Möglichkeit, daß er nicht nur als wirtschaftliche Aktivität gesehen wird, sondern als gesellschaftspolitische Aufgabe mit seinen Besonderheiten von den EU-Institutionen behandelt wird."

Die Auswirkungen der EU-Regelungen (Bosman-Urteil, Wegfall des Transfersystems, Wegfall von Ausländerklauseln, Verkauf der Fernsehrechte, Zulässigkeit von Subventionen u.v.m.) haben den Sport in seinen Grundfesten erschüttert. Er wird von der EU lediglich als wirtschaftliche Aktivität gesehen und behandelt. Für eine andere Sichtweise, wo die Besonderheiten des Sports berücksichtigt werden, fehlt die Rechtsgrundlage. "Was für die Kultur recht ist, sollte für den Sport billig sein. In Maastricht 1992 wurde ein eigener Kulturartikel (Art. 128) vorgesehen. Jetzt ist es an der Zeit auch den Sport entsprechend zu berücksichtigen," meinte Löschnak.

Die Österreichische Bundesregierung hat in ihrem Weißbuch eine solche Absicht festgeschrieben, ist aber bei der Regierungskonferenz noch nicht aktiv geworden. "Österreich hat sich für die Verankerung der Religionen und für den Tierschutz in den EG-Verträgen stark gemacht. Ich erwarte mir daher, daß ein ebensolches Engagement für den Sport gezeigt wird", schloß Löschnak. Staatssekretär Wittmann sagte seine volle Unterstützung zu. "Ich habe bereits in meiner kurzen Funktionsperiode festgestellt, daß es in diesem Bereich Probleme gibt und auch viele kleine Vereine davon betroffen sind. Es ist daher notwendig, aktiv zu werden. Ich werde mich dafür einsetzen, daß Österreich nicht nur einer eigenen EU-Regelung für den Sport zustimmt, sondern bei der Regierungskonferenz selbst die Initiative dazu ergreift."

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