Utl.: Vorausmeldung zu NEWS Nr. 14/3.4.1997

Wien (OTS) - Juso-Chef Pichler im NEWS-Interview: "In der SPÖ gibt es weniger Diskussion als je zuvor." =

Wie NEWS in seiner heute erscheinenden Ausgabe
berichtet, wird im Vorfeld des SPÖ-Parteitags erstmals Kritik am Stil und an den Inhalten von Bundeskanzler Klima laut. Besonders scharf attackiert Juso-Chef Robert Pichler im NEWS-Interview: "In der SPÖ gibt es jetzt weniger Diskussion als je zuvor. Der Kreis der wirklichen Entscheidungsträger wird immer kleiner - und wenn irgendwas nicht in den Kram paßt, wie in der Affäre Metelko, redet nur Klimas Büro. Gerade in der Kärntern Affäre habe ich Mut vermißt -und Strategielosigkeit geortet."

Die SPÖ, so Pichler weiter, spiele nur "stille Post". Der Juso-Chef über Klima: "Klimas Gesicht ist Programm. Klima, der Macher. Demgemäß wurden die ersten Monate als die Zeit der großen Reformen verkauft. Wen scheren da noch programmatische Fragen? Mit Klima beginnt die Stunde Null. Streitfragen werden durchgeboxt. Es herrscht, beseelt vom Du, koalitionäre Eintracht. Es wirkt unwirklich und gänzlich ahistorisch, daß nichts mehr zählt, was bisher zählte. Mit so einem Klima hat niemand gerechnet."

Differenzierter die Kritik des SPÖ-Querdenkers Bruno Aigner. Der langjährige Fischer-Intimus im NEWS-Interview: "Eine Gefahr sehe ich für Klima: Der Grat zwischen Populismus und Popularität ist schmal. Wer sich mit dem Populismus ins Bett legt, kann mit dem Rechtsextremismus aufwachen. Gefährlich ist auch, daß die SPÖ zwar in den Umfragen punktet, sich aber die ÖVP in den Inhalten durchsetzt. Klima startet mit enormem Vertrauensvorschuß. Aber viele Seiten des Viktor Klima sind leer. Umso wichtiger wird es sein, daß Mitglieder und Sympathisanten mitschreiben udn gemeinsam mit Viktor KLima die leeren Seiten mit Inhalten füllen."

Rückfragen & Kontakt:

NEWS Chefredaktion

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS