Ab sofort gibt es Gruppenpraxen

Neumann spricht von Durchbruch - Nun sind die Krankenkassen am Zug

Wien (OTS) - Mit 2. April sind in Österreich ärztliche Gruppenpraxen möglich. Das ist der Schlußpunkt eines jahrelangen Bemühens der Ärzte um zeitgemäße und patientenfreundliche Kooperationsformen, nachdem sie bisher gesetzlich zu "Einzelkämpfern" verurteilt waren. Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Prim. Dr. Michael Neumann, der sich immer massiv für diese neuen Organisationsformen eingesetzt hat, spricht von einem "echten Durchbruch". Neumann: "Wir haben unser Ziel endlich nach fünfzehnjährigem Kampf erreicht! Es wird sich nun sehr bald herausstellen, daß dies zum Vorteil der Patienten ist."

Der Weg zu Kooperationen innerhalb einer ärztlichen Praxis war steinig, obwohl diese in anderen Ländern seit langem durchaus üblich sind. "Alle bisherigen Anläufe scheiterten an den Krankenkassen, die sich über viele Jahre gegen die Einführung dieser neuen Strukturen gewehrt haben. Es bedurfte einer von der Österreichischen Ärztekammer gestützten Verfassungsklage, um Gruppenpraxen in Österreich endlich durchzusetzen", so der Ärztepräsident. Zuletzt hob der Verfassungsgerichtshof per 31. März 1997 jene Passagen des Ärztegesetzes auf, die den Gruppenpraxen bisher im Wege standen. Die Politiker, und insbesondere das Parlament, hätten sich, so Neumann, "ausnahmsweise in kluger Zurückhaltung geübt", womit der Spruch des österreichischen Höchstgerichtes ab sofort gleichsam die gesetzliche Regel darstelle.

Der Ärztechef sieht zwar in Detailfragen, die die Gruppenpraxen betreffen, noch Ordnungsbedarf. Angesprochen ist damit die nach wie vor unklare Situation, inwieweit Gruppenpraxen in den Genuß von Kassenverträgen kommen. Neumann: "Nachdem die Spitäler schon jetzt und in Zukunft noch verstärkt immer weniger Leistungen anbieten werden können, müssen diese durch niedergelassene Ärzte sichergestellt werden. Im Interesse der Bevölkerung wird dies nicht ohne Kassenverträge gehen!"

Gruppenpraxen sind aber nicht nur eine probate Möglichkeit zur Entlastung der Krankenhäuser, sie bieten auch für die Patienten zusätzliche Vorteile. Wenn mehrere Ärzte der selben oder verschiedener Fachrichtung in einer Ordination zusammenarbeiten, dann ersparen sich Patienten oft mühsame Wege von einem Arzt zum anderen. Gleichzeitig könnten Gruppenpraxen die gesundheitliche Versorgung rund um die Uhr, also bei Tag und bei Nacht, gewährleisten. (Schluß)

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