Gentechnik macht krank Biophysikerin präsentiert alarmierende Erkenntnisse aus der Molekular-Biologie

Wien (OTS) - In Wien präsentierte die britische Biophysikerin Dr. Mae-Wan Ho heute auf Einladung der Umweltorganisation Greenpeace alarmierende Erkenntnisse über die gesundheitlichen Gefahren der Gentechnik. In dem für Greenpeace verfassten Report "Perils Amid Promises Of Genetically Modified Foods" und ihrem umfassenden Band "Genetic Engeneering: Dream Or Nightmare?" lässt die Expertin keinen Zweifel daran, dass die höchst brisante Mischung aus "big business" und "bad science", die in der Gentechnik den Ton angibt, verheerende Folgen haben kann. Deshalb appelliert Greenpeace an alle Österreicherinnen und Österreicher, mit ihrer Unterschrift beim nächsten Montag beginnenden Volksbegehren gegen den Einsatz der Gentechnik in Landwirtschaft und Nahrung zu protestieren.

Die Freisetzung von Vektoren, das sind die in der Gentechnik eingesetzten Gen-Transportvehikel, so z. B. Viren oder Plasmide, kann einen unkontrollierbaren Gen-Austausch zwischen verwandten und artfremden Organismen in Gang setzen. Dabei können sowohl neue Krankheitserreger als auch aggressivere Varianten bekannter Keime entstehen. Weiters ist eine deutliche Zunahme von Allergien und Antibiotika-Resistenzen zu erwarten. "Die Freisetzung von Gen-Vektoren kann unkontrollierbare Entwicklungen lostreten", warnte Dr. Mae-Wan Ho davor, sich der rein profitorientierten Industrie-Wissenschaft der Gentech-Konzerne auszu liefern. Sie plädiert vielmehr für ein umgehendes und weltweites Moratorium aller Gentech-Freisetzungen. Weiters forderte die Expertin eine unabhängige sowie öffentliche Untersuchung aller ungeklärten Fragen rund um die Langzeit-Auswirkungen von Gentechnik-Anwendungen.

Die WHO warnte im Jänner 1997 vor der Rückkehr bekannter Seuchen und dem Auftreten neuer Plagen. Gegen manche Krankheiten ist nur mehr ein einziges Antibiotikum wirksam. Dr. Klaus Rhomberg, Gentechnik-Experte und Präsident der "ärzte für eine gesunde Umwelt", kennt dieses Problem zur genüge: "Schon heute bereitet die Antibiotika-Resistenz von Bakterien den Medizinern grösste Probleme. Eine verstärkte Zunahme dieser Resistenzen oder gar neue Krankheitserreger mit multiplen Resistenzen könnten die medizinischen Errungenschaften der letzten hundert Jahre in kürze zunichte machen."

Greenpeace-Sprecher Wolfgang Pekny kritisierte die Wissenschaft im Dienst der Gentech-Industrie: "Kein unabhängiger und verantwortungsvoller Wissenschafter kann die Risiken der Gentechnik in Nahrung und Landwirtschaft leugnen. Die Experten dürfen sich nicht länger vor den Karren einer verantwortungslosen Konzern-Industriewissenschaft spannen lassen", forderte Pekny.

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